RSS Feed

Kühe und andere Verkehrsteilnehmer

10. Dezember 2013 von Isabel

 

Neuer Wohnort, neuer Arbeitsweg. Ich wohne jetzt im Außengürtel Aurovilles, ca. 6 Km von meiner Arbeit entfernt. Die genaue Zahl kann ich noch nicht sagen, denn ich probiere jeden Tag einen anderen Weg aus, auf der Suche nach dem Kürzesten. Bisher kommt mir der Weg durch die Dörfer am kürzesten vor. Der sicherste ist er aber definitiv nicht.  Aber keine Sorge, er ist auch nicht besonders gefährlich…

Morgens beginnt der Kampf mit meiner Tür. Es ist eine Schiebetür aus Metall, die es nicht besonders mag bewegt zu werden. Keiner soll raus, keiner soll rein. Und ich denke wirklich jedes Mal, dass sie gewinnen wird. Somit startet der Tag immer mit einem Triumph, denn irgendwie kriege ich sie dann doch immer auf, wenn auch nur einen Spalt breit, durch den ich mich dann durchquetsche.

Ein paar Schritte am Bad und der Küche vorbei zu einem kleinen Dach, wo mein Motorrad steht. Tief einatmen: „Bitte geh ´an.“ Nach ein paar Versuchen funktioniert es auch. 200 Meter zum Gate. Komplett runter schalten, denn nach Regen bildet sich hier ein Matschsee und man hat ohnehin nicht so viel Platz zum Abbiegen. Weiter geht es, „Tschüssi, bis heute Nachmittag Adventure!“. Links um die Ecke, am besten hupen, denn man sieht nichts, an einer Schule vorbei, über zwei mörderische „speed breakers“. Lebendiges Hindernis: Kühe. Nichts führt daran vorbei, man muss sie im Slalom umschiffen, in der Hoffnung, dass sie nicht plötzlich beschließen sich umzudrehen oder irgendwo hinzurennen.

„Dumme Kuh“ ist vermutlich der passendste Ausdruck, den es gibt.

Wenn ein Bus Vollgas auf einen zugefahren kommt, geht man nicht weg, nein, man bleibt schön stehen, wartet, dass der Bus einen Meter vor einem anfängt zu bremsen und springt dann auf die andere Fahrbahn, Isabel vor ´s Motorrad.

Wenn ein Motorrad ganz nah an einem vorbei fährt, dreht man sich auch plötzlich um und greift es an, ganz genau.

Der beste Ort zu meditieren ist auch im Liegen, mitten auf der Straße, aber nur wenn es dunkel ist und man besonders gut zu sehen ist…

Im Grunde ist es aber wirklich nichts Besonderes mehr. Kühe sind Verkehrsteilnehmer wie jeder andere auch.

Zurück zu meinem wahnsinnig spannenden Arbeitsweg: als nächstes kommt man auf die asphaltierte Straße und biegt links ab. Vorbei geht es an kleinen Häuschen, einem großen Tempel nach rechts, weiter gerade aus, zwischen durch schön hupen, damit die Hunde von der Straße gehen, aber meistens muss man sowieso ausweichen. Am sympathischsten sind mir noch die Ziegen, die sind wenigstens witzig, aber das ist eine andere Geschichte.

Jetzt muss man nur noch der Straße folgen, man überholt zwischendurch, wird überholt, überholt wieder. Dumm nur wenn ein Bus kommt, was leider morgens immer so ist. Die fahren einfach so unglaublich schnell und unkontrolliert, dass man manchmal wirklich einfach anhalten und von der Straße runter muss und das ist jetzt ausnahmsweise mal nicht übertrieben.

Anschließend kommt man wieder ins Dorf biegt tausend Mal links und rechts ab und ist im Idealfall unverletzt angekommen. Tadaaaa

 

P1120197

Mein Haus

 

Meine Küche

Meine Küche

P1110763

 

Küche aus einer anderen Perspektive

Küche aus einer anderen Perspektive

 

Mein täglicher Weg aus der Community.

Mein täglicher Weg aus der Community.

 

 

Man halte sich rechts

Man halte sich rechts

 


Keine Kommentare »

No comments yet.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.