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‘Allgemein’ Category

  1. Binäruhr im Eigenbau

    Januar 17, 2019 by Jannes Dirks

    Weil einfach lesbar zu mainstream ist…

    Ich hatte schon länger die Idee mir eine Uhr mit LEDs selber zu bauen, da LEDs bekanntlich alles besser machen. Relativ zügig nach der Anreise habe ich mir schon ein kleines Inventar an Komponenten zusammengestellt. Für eine Uhr, die aus vollen Siebensegmentanzeigen besteht, reichen meine gleichfarbigen LEDs aber nicht aus. Dabei brauch ich pro Ziffer 7 LEDs:

    Bildergebnis für sieben segment anzeige

    Was sich bei 14 LEDs für die Stunden, 14 für die Minuten, 14 für die Sekunden und sieben für die erste Nachkommastelle zu 49 LEDs summiert. Statt dessen habe ich auf eine etwas ökonomischere Variante zurückgegriffen: statt jede Ziffer klassisch darzustellen, kann ich sie auch einfach mit wesentlich weniger Aufwand binär ausgeben. Dazu eine kleine Erläuterung:

    Bildergebnis für binär

    Es werden einfach 4 LEDs (Bits) als eine Ziffer gewertet. Dabei bestimmen die Positionen der leuchtenden LEDs den Zahlenwert. Die erste hat den Wert eins, dann zwei, vier und acht. Wenn alle LEDs leuchten wird 1+2+4+8 gerechnet und damit ergibt sich ein Maximalwert von 15. Ich brauche maximal 9, aber da bei bei 3 LEDs nur 1+2+4 darstellbar ist sind 4 LEDs das Minimum. Damit wurden die 49 schon zu 7*4, also 28 LEDs reduziert. vier weiter LEDs lassen sich aber auch noch einsparen: die erste Ziffer der Stundenzahl ist nie höher als 2 (da max. 24 Uhr), die erster Ziffer der Minutenzahl ist nie höher als 5 (da max. 59 Min) und gleiches gilt für die Sekunden. Damit konnte ich mir ein passendes Layout für die LEDs überlegen:

    Jetzt werden nur noch 330Ω Widerstände vor die LEDs geschaltet und der einfache Part meines Projektes ist fertig.

    Zur Ansteuerung der 24 einzelnen LEDs verwende ich einen Arduino Nano. Dieser hat 19 separat ansteuerbare Pins die entweder an oder aus sind. Den Mathematisch bewanderten fällt sicherlich schon ein Problem auf… Das ich 2 Pins einzig für die Kommunikation mit einem Echtzeitmodul reservieren muss hilft auch nicht. Nachdem ich länger als ich zugeben will gegrübelt habe, bin ich zu einer ziemlich einfachen Lösung gekommen:

    Wenn der Transistor A aufgeschaltet wird, sind die negativen Kontakte der LEDs eins bis vier mit Gnd verbunden jetzt können die Pins eins bis vier diese steuern. Wird nun der Transistor B eingeschaltet und A wieder ab, so lassen sich mit den selben Pins die LEDs fünf, sechs sieben und acht ansteuern. Die LEDs bekommen zwar nur für die Hälfte der Zeit Strom, das reicht aber noch aus um sie stark genug zum leuchten zu bringen. Mit zwei Pins für das Echtzeitmodul + zwei für die Transistoren sind nun noch 15 Pins für die LEDs über. Durch die Transistoren lassen sich aber bis zu 30 LEDs ansteuern. Ein paar einsame Abende später ist die Hauptplatine fertig:

    Des weiteren nutze ich ein ds3231 Echtzeitmodul, dass die Zeit speichert wenn mal kein Strom vorhanden ist.

    Bildergebnis für ds3231

    Der Code für den Arduino besteht aus 3 Blöcken: der erste ist fürs Setup und initialisiert das oben genannte Modul, benennt Variablen und ist eher langweilig. der zweite Block ruft die Zeit aus dem Modul auf und sorgt dafür das die Variablen für Stunden, Minuten und Sekunden immer den richtigen Wert haben. Der Dritte und interessanteste Block stellt die Zeit mithilfe der LEDs dar.

    Hier werden die ersten zwei LED Reihen die die ersten zwei Ziffern der Stundenzahl anzeigen gesteuert. Dazu wir erst geprüft ob die Zahl größer als 10 ist und dann größer als 20. Damit wird für 23 Uhr beispielsweise die zweite LED in der ersten Reihe eingeschaltet und zeigt somit 20 Stunden an.

    h0urs = time[0];
    if(time[0] > 9 && time[0] < 20){ digitalWrite(2,HIGH); h0urs = time[0] – 10; } if(time[0] > 19){
    digitalWrite(3,HIGH);
    h0urs = time[0] – 20;
    }

    Danach wird die zweite Stelle dargestellt. Dazu wird die folgende Logik verwendet:

    if(h0urs == 1 || h0urs == 3 || h0urs == 5 || h0urs == 7 || h0urs == 9){
    digitalWrite(4,HIGH); //Ist die Zahl ungerade ist die erste LED immer an
    }
    if(h0urs == 2 || h0urs == 3 || h0urs == 6 || h0urs == 7){
    digitalWrite(5,HIGH); //die Zweite ist bei diesen Werten an
    }
    if(h0urs == 4 || h0urs == 5 || h0urs == 6 || h0urs == 7){
    digitalWrite(6,HIGH); //die Dritte bei diesen
    }
    if(h0urs == 8 || h0urs == 9){
    digitalWrite(17,HIGH); //und die Letzte nur bei 8 und 9
    }

    Danach wird der Transistor A kurz eingeschaltet und danach alles zurückgesetzt

    digitalWrite(13,HIGH);
    digitalWrite(13,LOW); //Pin für Transistor
    digitalWrite(5,LOW);
    digitalWrite(6,LOW);
    digitalWrite(17,LOW); //Liste geht noch weiter, es werden einfach alle pins zurückgesetzt. Danach wiederholt sich alles für Sekunden und mit Transistor B

    Nachdem alles fertig gelötet ist und der Code keine Fehler mehr auswirft wird der Echtzeitchip eingestellt und die Uhr kann endlich getestet werden:

    Tadaaa, ich brauch zum lesen zwar vier mal so lang wie bei einer normalen Uhr dafür sieht meine cooler aus.


    Ich entschuldige mich schon mal für die zahlreichen Rechtschreib- und Grammatikfehler.


  2. 2019 – ein frostiger Start

    Januar 8, 2019 by Paula Mayer

    Die ersten Minuten des neuen Jahres zogen in ungewohnter Stille an uns vorbei. Wo mir sonst lauter Jubel  und Feuerwerksknallerei entgegenschwappte, empfing mich dieses Jahr mit unerwarteter Ruhe, zwei Umarmungen und geflüsterten Neujahrsgratulationen.

    Zu dritt hatten wir uns davon gestohlen um auf dem Dach von Mitra das entfernte Feuerwerk und das neue Jahr zu bewundern.

    Eine der wenigen Dinge die mich an das Sylvester in Leipzig erinnerte ist die Kälte, die ich trotz Pulli und Jacke deutlich spürte.

    Erst noch ein bisschen aufwärmen …
    und ein kleines Nickerchen halten …
    bevor man sich nochmal raus in neue Jahr begibt.

    Einige Stunden später befanden wir uns im botanischen Garten auf dem Aussichtsturm. Frierend und müde dafür aber umso glücklicher sahen wir die Sonne in einem glühenden roten Ball über dem nebligen Wald aufsteigen.

    Zeitsprung. Wieder einige Stunden später. Die Sonne hatte schon längst wieder ihren Zenit überschritten als Lara und ich wunderschöne braune Pancakes in der Pfanne anbrieten.

    Ein wunderbaren Start und ein tolles Jahr euch allen!


  3. Der Blog – ein Sorgenkind

    Dezember 26, 2018 by Bastian

    Vielen von uns war von Anfang bewusst, dass der Blog als der essenzielle Teil der Öffentlichkeitsarbeit des Auroville International Deutschland e.V. (AVID) – also unserer Entsendeorganisation – eine verantwortungsvolle Aufgabe ist, die unsere Hände gelegt wurden war.

    Enthusiastisch planten wir, wie damit umzugehen sei. Es Bildete sich eine Bloggruppe bestehend aus drei Leuten und diese arbeiteten schnell einen Wochenplan aus. Die Idee war simple: Wenn jeder im Laufe des Jahres 2 Posts verfasst, dann hätten wir jede Woche einen Beitrag. Dies sollte eine Regelmäßigkeit gewährleisten, von der solch ein Blog nun mal auch lebt. So wurden alle Wochen des Jahres auf unsere Gruppe von stattlichen 18 Weltwärtslern verteilt.

    Doch was geschah dann?

    Indien!

    Hin und her gerissen zwischen all den
    interessanten Möglichkeiten, die uns Auroville bietet, der vollen Kulturklatsche in Indien, Liebelein und Herzschmerz, kulinarischen Offenbarungen, sportlichen Herausforderungen, einigen Kurztrips, Krankheiten und Unfällen, wunderschönester Natur und Müllbergen, Verirrungen und Selbstfindung sowie dem ganz alltäglichen Wahnsinn ist es einfach schwer sich die Zeit zunehmen und einen Eintrag über eben eines dieser Themen für den Blog zu schreiben.

    Man verstehe meinen Zynismus nicht falsch – ich meine das ernst! Mir geht es schließlich genauso.

    Als schließlich der Frust bei einem meiner Mitstreiter in der Bloggruppe zu Groß wurde, fiel mir die „ehrenvolle“ Aufgabe zu die wöchentlichen Erinnerung an die jeweilige Person zu schicken, die an der reihe war.

    Ich stehe nicht auf Zwang – so garnicht. „Alter, berühre meine Kreise nicht!“ – ist da ehr meine Devise. Aber wir hatten ja auch von der ganzen Verantwortung gegenüber unserer Entsendeorganisation gesprochen. (Hier nochmal ein kleines Danke es ist großartig, dass ihr jungen Menschen diese einzigartige Aurovilleerfahrung ermöglicht.)

    Tolles Dilemma – blöde Aufgabe.

    Was nun?

    Wie wäre es mit ein bisschen Motivation:

    Ich schrieb nicht einfach nur wöchentliche Erinnerungen – sondern begeisternde Aufrufe zur Stellungnahme und zum kreativen Ausdruck von innerem und äußerem Reisen. Oder naja – das habe ich zu mindest versucht:

    „Die kommende Woche gehört ganz dir. Alle Blogleseraugen sind auf deine tippenden Finger gerichtet. Und jeder fragt sich worum es in deinem Beitrag gehen wird:

    Wird über den Besuch von Freunden berichtet? über spannende Zusammenstöße mit der indischen Kultur geschreiben? den Ablauf eines ganz „normalen“ Tages in der Utopiestadt Auroville dargelegt? Oder eine Sammlung der beliebtesten Trinkspiele verfasst?

    Man weiß es nicht – doch die Spannung steigt.

    Hörst du das Knistern??

    Uh es ist kaum noch auszuhalten..

    Was für eine Woche!

    Wow!

    Der Wahnsinn!

    Echt verrückt!

    Aber wahr!

    Oyoyo!

    Boom

    Ps: jetzt im ernst mach nicht das mit den Trinkspielen!“

    Jetzt mal im Ernst: Wer würde bei solch einer Nachricht sich nicht sofort bis zum Nächsten Laptop oder wenigstens bis zum nächsten Notizblock durchschlagen, um eiligst loszuschreiben?

    Und das war nur ein Beispiel von vielen. Jeder bekommt seine persönliche Nachricht – Producemizing.

    (Ob dieser Producer hier ein an der Meise hat oder sich der Kapitalismus da noch eine Scheibe von abschneiden kann, über lasse ich dem Urteil des Lesers)

    Letztendlich waren wenigstens die Antworten auf diese Nachrichten positiv und nett.

    Auch wenn es dann nicht immer bis zu einem Blogeintrag kam.

    Und so bleibt der Blog ein Sorgenkind.

    Geschrieben im Taxi nach Chennai. Von da aus geht es weiter in die Berge. Ein Wochendausflug, über den man hätte auch berichten können…


  4. An excuse?

    November 11, 2018 by Julia

     

    Is the dream just an excuse?


  5. Abmarsch für Garde 10 – eine todernste-historische Betrachtung

    Oktober 2, 2018 by Nina

    Auf den schallenden Aufruf zur Sammlung der jungen Soldaten vor den Toren Berlins reisten diese unverzüglich mit unterschiedlicher Verspätung an. Die gestählte 10. Garde der Munarchin, die in Auroville ein Jahr Intensivtraining mit Bravour und ohne größere Verluste absolviert hatte, begrüßte sich gegenseitig mit Freude aber auch mit der dunklen Gewissheit, dass bald die endgültige Zersplitterung der Gruppe bevorstand.

    Dieses Jahr, das mit einem Flug ins Ungewisse begann, lehrte die Freiwilligen, dass die großen Herausforderungen der Ferne der Heimat, des tropischen Fiebers und des Reaktionsgeschwindigkeitstests in Form des indischen Verkehrs mit vereinten Kräften überwunden werden können. Zusätzlich lernten die (mehr oder weniger) jungen Menschen Selbständigkeit, einige Geheimnisse der Kommunikation mit Händen, Füßen und der tamilischen Kultur. Zu Beginn des Dienstzeitraums unter Muna I. wählten die Rekruten Projektstellen für den Aufenthalt in Auroville, wo sie Spezialwissen in unterschiedlichsten Bereichen wie Landwirtschaft, Bildung, Technik und Propaganda erwerben konnten. Um das breit angelegte und genial organisierte Training zu tarnen, wurden einzelne unschuldig wirkende Aktionen wie Spielplatzbau und Theateraufführungen unterstützt. Selbst die sogenannte „Freizeit“ wurde mit Übung des Zubereitens lokaler Speisen, sportlicher Betätigung und dem Lesen philosophischer Schriften zu gehäuft. Dieses auf Überleben im aurovillianischen und indischen Dschungel ausgerichtete Training ließ 19 braun gebrannte, anpassungsfähige und widerstandsfähige Kämpfer nach Deutschland zurückkehren.

    Bei der Lagebesprechung, auch Rückkehrerseminar genannt, im romantischen Feldlagerchen mit Seeblick verfolgte die Munarchin das Ziel, die Einsatzbereitschaft der Truppe zu testen und die Zukunftsplanung jedes Einzelnen nochmal durch zu sprechen. Anlässlich von Feldgelagen und anderen Kaffeepausen wurde über das Vorenthalten von Abendessen als Disziplinarverfahren, präventive Gewalt im Angesicht von feindlichen Übergriffen, das „Warum?“ als Leitfrage in den Natur- und Geisteswissenschaften, Gott und die Welt – mal mehr mal weniger hitzig – diskutiert. Muna I. lenkte den Blick jedes Einzelnen geschickt in die Vergangenheit mit ihren vollkommen überkandidelten Erwartungen und bereichernden Erfahrungen. Dann wies sie auf die augenblickliche Lage und die Notwenigkeit zum Einsatz und schließlich auf die Zukunft als Kämpfer für den Frieden hin.

    Die Ausbildung ging nun zu Ende und Muna, die Weise, schickte ihre treue 10. Garde in die Welt in dem Vertrauen, dass sie auf eigenen be-chappel-ten Füßen stehend für die gute Sache kämpfen wird. Auf in die Schlacht!