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  1. An excuse?

    11. November 2018 von Julia

     

    Is the dream just an excuse?


  2. Schnipp, Schnapp

    8. Oktober 2018 von Paula Mayer

    Mittwochmittag in der Solar Kitchen:

    Svea fragt in die Runde ob neben ihr und Leon noch jemand Lust hat sich in nächster Zeit seine Haare abzurasieren. Ich denke das erste Mal wirklich über diese Option nach und stelle fest dass ich prinzipiell mir dies sogar vorstellen kann. So ganz überzeugt bin ich allerdings noch nicht, Leon scheint es aber nicht anders zu gehen.

    Samstagabend im Youth Center:

    Svea: „Mein Shampoo ist alle. Paula hast du morgen Zeit mit nach Mailam zu fahren?“ Ich: „Öh. Ähm. Äh. Ja, also ich habe morgen noch nichts vor.“

    Sonntagmorgen um acht:

    Vier Gestalten sitzen auf einer Bank und warten auf das Taxi was sie zum eine Stunde entfernten Tempel in Mailam bringen soll. Carina freut sich voll. Sie möchte sich ihre Haare nicht abrasieren lassen. Leon, Svea und ich sind von unserer eigenen Spontanität immer noch etwas überrumpelt. Den Spontanitätspreis  bekommt jedoch Lara, die sich, als sie uns da morgens sitzen sieht, einfach entscheidet mitzukommen. Dann um 9:30 Uhr geht es endlich los. Zu sechst im Taxi ist es ein bisschen eng, aber Lara wechselt die Schöße regelmäßig auf denen sie sitzt. So gegen alle deutschen Sicherheitsstandards verstoßend, steigt die Anspannung und Vorfreude.

     

    Mit unserem Taxifahrer haben wir uns schon während unserer Fahrt angefreundet und so führt er uns netterweise zum Haarschneide Platz, der etwas unterhalb des Tempels liegt. 10 Rupies für eine neue Klinge und dann geht es los. Irgendwie bin ich die Erste und dann beuge ich meinen Kopf vor, mir werden zwei Zöpfe gebunden, etwas Wasser über den Kopf gegossen und langsam trennt sich Strähne um Strähne vom meiner Kopfhaut.

    Am Anfang brennt es ein bisschen aber es ist auch angenehm kühler. Für die nächsten Stunden bleibt das Gefühl von Phantomhaaren bestehen das sich erst auflöst wenn die Hand immer wieder zum Kopf wandert. Danach geht es zum Waschen zu einem großen Teich/Becken und wir reiben unsere frischen Glatzen mit gelber Farbe ein.

    Bei der ganzen Prozedur werden wir interessiert beobachtet und danach fröhlich angelächelt. Wir sind die einzigen Europäer die da sind. Die Haare die hier abgeschnitten werden dienen als Opfer an die Götter. Meistens ist das Opfer mit einem Wunsch verbunden, etwa dem nach Nachwuchs. Die geopferten Haare werden gesammelt und landen irgendwann in Europa oder in anderen Teilen der Welt als Perücken oder Haarverlängerungen.

    Nachdem ersten Schock und gegenseitigen betatschen der jetzt so kahlen Köpfe, fahren wir noch zum Tempel hoch. Auch hier ist unser Taxifahrer sehr hilfreich, denn alle Tempelschilder sind in tamil verfasst. Als wir nach einer Stunde wieder draußen sind bleibt ein chaotischer, überfüllter und teurer Eindruck zurück. Spannend aber sehr anstrengend.

    Als uns der Monsun und die Nachricht über die ersten Läuse diese Woche erreicht, nehmen wir das als gutes Ohmen uns von unserem Haar gelöst zu haben. Mitlerweile fühlt es sich auch schon wieder flauschig auf meinem Kopf an.


  3. Abmarsch für Garde 10 – eine todernste-historische Betrachtung

    2. Oktober 2018 von Nina

    Auf den schallenden Aufruf zur Sammlung der jungen Soldaten vor den Toren Berlins reisten diese unverzüglich mit unterschiedlicher Verspätung an. Die gestählte 10. Garde der Munarchin, die in Auroville ein Jahr Intensivtraining mit Bravour und ohne größere Verluste absolviert hatte, begrüßte sich gegenseitig mit Freude aber auch mit der dunklen Gewissheit, dass bald die endgültige Zersplitterung der Gruppe bevorstand.

    Dieses Jahr, das mit einem Flug ins Ungewisse begann, lehrte die Freiwilligen, dass die großen Herausforderungen der Ferne der Heimat, des tropischen Fiebers und des Reaktionsgeschwindigkeitstests in Form des indischen Verkehrs mit vereinten Kräften überwunden werden können. Zusätzlich lernten die (mehr oder weniger) jungen Menschen Selbständigkeit, einige Geheimnisse der Kommunikation mit Händen, Füßen und der tamilischen Kultur. Zu Beginn des Dienstzeitraums unter Muna I. wählten die Rekruten Projektstellen für den Aufenthalt in Auroville, wo sie Spezialwissen in unterschiedlichsten Bereichen wie Landwirtschaft, Bildung, Technik und Propaganda erwerben konnten. Um das breit angelegte und genial organisierte Training zu tarnen, wurden einzelne unschuldig wirkende Aktionen wie Spielplatzbau und Theateraufführungen unterstützt. Selbst die sogenannte „Freizeit“ wurde mit Übung des Zubereitens lokaler Speisen, sportlicher Betätigung und dem Lesen philosophischer Schriften zu gehäuft. Dieses auf Überleben im aurovillianischen und indischen Dschungel ausgerichtete Training ließ 19 braun gebrannte, anpassungsfähige und widerstandsfähige Kämpfer nach Deutschland zurückkehren.

    Bei der Lagebesprechung, auch Rückkehrerseminar genannt, im romantischen Feldlagerchen mit Seeblick verfolgte die Munarchin das Ziel, die Einsatzbereitschaft der Truppe zu testen und die Zukunftsplanung jedes Einzelnen nochmal durch zu sprechen. Anlässlich von Feldgelagen und anderen Kaffeepausen wurde über das Vorenthalten von Abendessen als Disziplinarverfahren, präventive Gewalt im Angesicht von feindlichen Übergriffen, das „Warum?“ als Leitfrage in den Natur- und Geisteswissenschaften, Gott und die Welt – mal mehr mal weniger hitzig – diskutiert. Muna I. lenkte den Blick jedes Einzelnen geschickt in die Vergangenheit mit ihren vollkommen überkandidelten Erwartungen und bereichernden Erfahrungen. Dann wies sie auf die augenblickliche Lage und die Notwenigkeit zum Einsatz und schließlich auf die Zukunft als Kämpfer für den Frieden hin.

    Die Ausbildung ging nun zu Ende und Muna, die Weise, schickte ihre treue 10. Garde in die Welt in dem Vertrauen, dass sie auf eigenen be-chappel-ten Füßen stehend für die gute Sache kämpfen wird. Auf in die Schlacht!


  4. Monat 1

    28. September 2018 von Bastian

    Die erste Arbeit ist getan

    zum ersten Male sich verfahren

    doch sich heute zu verrennen

    heißt morgen die Gegend hier zu kennen

    die ersten Verbindungen sind geknüpft

    und die erste Küsse sind geküsst

    das erste Mal für sich gedacht:

    „Die sind doch alle hier verrückt!“

    sich wundert nichts gepeilt

    doch zum ersten Mal geschnallt,

    dass das Verständnis einen

    noch irgendwann ereilt

    und dennoch manches Wundern

    wohl noch ne Weile bleibt

    die ersten Keime sind gekeimt

    und der erste Auswurf ist gespeit

    nicht erregende Erreger

    machten sich wohl breit

    doch die Aufgeregtheit bleibt

    Der erste Monat ist vorbei

    Ja! Wir brauchten diese Zeit

    Das Jahr ist noch lang

    und Indien ist groß

    Jetzt sind wir da!

    Leben wir los


  5. A way to Auroville

    27. September 2018 von Julia