RSS Feed

‘Erste Tage’ Category

  1. Auch ein Monat in Indien

    September 28, 2015 by Flo

    Auch ich möchte hiermit meinen ersten Bloggeintrag meines Lebens verfassen, da langsam die fernen Stimmen immer lauter werden die gespannt auf diesen Moment warten, ich hoffe ich werde euren wünschen gerecht.
    Her bietet sich ein kleines Resümee des letzten, der zugleich der erste Monat ist förmlich an und da mein lieber Felix etwas schneller war mit seiner Zusammenfassung, kann ich mir die ersten zwei Wochen ja sparen 😛
    … nein ich bin nicht faul!

    Trotzdem muss ich auch von ganz vorne anfangen, denn im Gegensatz zu Felix hatte ich in der ersten Woche bereits erste Probleme mit meinem Magen-Darm Trakt, da half die Vorbereitung mit Hefekulturen nichts und selbst der kräftige Schluck Steinhäger nach jedem essen war eher für die Katz. Nach drei Tagen war´s dann aber auch wieder gut und seit dem habe ich keine Probleme mehr und die Menge an Steinhäger stagniert zur Zeit, aus Spaß trinkt man den ja nicht einfach so ^^

    Am Ende unserer Einführungswoche gings um die zukünftige Unterkunft und aus unerklärlichen Gründen bin ich der letzte der seine Unterkunft gefunden hat, wer hätts gedacht. Jetzt wohne ich auf dem Gelände der Udavi-School in einem der Dörfer um Auroville mit dem tollen Namen Eydajanchavadi. Es ist ne kleine Wohnung im 1. Stock mit einem Wohn-/ Schlafzimmer, einer kleinen Küche und einem überdachten Balkon. Gratis dazu gab´s doch tatsächlich einen Froschchor mit gefühlt 200 kräftigen Sängerinnen und Sängern, der jeden Abend so zwischen 11:00 Uhr und 01:00 Uhr sein Ständchen singt, einen Wachhund, der nach der Aufführung der Frösche lautstark vor meiner Türe für Ruhe sorgt und einen Tempel im Dorf der so freundlich ist und jeden Morgen von 05:00 Uhr bis 06:00 Uhr kostenlos über Lautsprecher im ganzen Dorf verteilt sein Lieblingslied vorspielt. Wenn die Tempelvorführung zu Ende ist und die Indischen Frauen um 06:00 Uhr anfangen zu kochen brauchen die natürlich auch Musik, und weil die Damen wissen, dass ich kein Radio hab machen Sie Ihre Musik einfach etwas lauter :)… Das hört sich jetzt ja alles ganz schön an gell? Um ehrlich zu sein ist es das auch 🙂 mittlerweile hab ich das Gefühl dieses Tempellied mitsingen zu können obwohl ich kein Wort verstehe.

    Zu meiner Arbeitsstelle, dem Botanischen Garten, fahr ich ca. 2 min mit dem Fahrrad, das heißt ich müsste eigentlich gar nicht so früh wach sein. Ich möchte über den Botanischen Garten selber nicht viel schreiben, da es dazu eine eigene Seite gibt und es eigentlich einen eigenen Eintrag wert währe. Da es aber eine kleine Zusammenfassung sein soll gehört das natürlich dazu. In den letzten 3,5 Wochen im Botanischen Garten haben wir 15 Bäume gepflanzt (und ja Benni, ich werde auch noch schreiben was für Bäume ich gepflanzt hab), Unkraut gejätet, Stecklinge gepflanzt und unzählige Pflanzen gerebaggt (umtopfen, nur ohne Topf sondern nem Sack). Durch das Löchergraben mit Mampti und Chetti hab ich mich gezwungener maßen relativ schnell auch an das körperliche Arbeiten in der doch etwas wärmeren Region hier gewöhnt. Bisher hab ich eine anwachsrate von 100% was doch schon auch für eine Art Glücksgefühle sorgt, wenn man die ersten kleinen Triebe am Baum entdeckt, nachdem er alle Blätter verloren hat. Mit jedem Baum wird unser Ecological Footprint größer, wie Martin so schön sagt.

    Im allgemeinen habe ich aber in diesen einen Monat so viele unterschiedliche Eindrücke, Bilder, Bekanntschaften und Erfahrungen gemacht und gesammelt die hier den Rahmen einer kurzen Zusammenfassung auf jeden fall Sprengen würden. Ich hab den Murugan Tempel in Mailam besucht und meine Haare (die mir noch verbliebenen) und meinen Bart geopfert, wir waren am Geburtstag des Gottes Ganesh in einem Ganesh-Tempel und haben uns von Lashmi, der Elefantenkuh segnen lassen, meine ersten Erfahrungen mit Yoga kann ich auch schon verzeichnen, ab und zu schaff ichs zum Frisbeetraining  und am Wochenende. ja da kann es auch mal sein dass wir eine Party besuchen.

    Ich bin sehr gespannt, was die folgenden Monate für uns alle bereithalten und freue mich über jeden Tag den ich hier verbringen kann 🙂

    liebe Grüße an euch alle, euer Flo

    PS: Bilder folgen noch, ich bekomm das grad nicht hin ^^


  2. Angekommen.

    August 23, 2015 by Kaya

    Hallo ihr da draußen, hier ein kleines Lebenszeichen von uns:

    Wir sind Alle unbeschadet wenn auch leicht verschlafen heute Mittag in Auroville angekommen.

    Von Auroville haben wir bestimmt ganz verschiedene Anfangseindrücke aber ich denke für uns Alle ist es einfach schon ziemlich wunderschön.

     

    Dazu eine kleine Beschreibung unserer derzeitigen Lage:

    Es ist jetzt 18:45. Ein paar sind schon schlafen gegangen, der harte Kern – Zitat Frederic – sitzt hier noch um einen großen Tisch in einem unserer zwei Guesthouses. Über Karten von Auroville gebeugt, leise redend, über die Projekte und Surfschulen tuschelnd, die Echsen an der Wand zählend.

    Die Finger sind noch ganz klebrig, denn gerade haben wir noch den Rest vom Mittagessen gegessen – Reis, verschiedene, nicht zuordbare Gemüsesorten, grünes Curry, Bohnen, Dosa,… – und zum Nachtisch haben wir eine überreife Papaya genascht. Frische Bananen gibt’s auch, die schmecken hier ganz anders als in Deutschland. Besser.

    Der Raum in dem wir sitzen hat statt Glasscheiben in den Fenstern nur Fliegengitter und von draußen dringt laut das Zirpen von Grillen in den Raum. Irgendwie schon paradiesisch.

    Naja wäre da nicht das mit der Wasserleitung. Vor ein paar Minuten ist uns das Spülwasser ausgegangen, kurz danach ist uns aufgefallen, dass es auch auf den Klos kein Wasser mehr gibt. Wahrscheinlich der Rohrbruch, der eigentlich heute repariert sein sollte. Naja da finden wir noch ne Lösung.

    Trinkwasser haben wir hier in der Küche in einem großen Kanister jedenfalls noch mehr als genug.

    Also keine Sorgen machen 😉

    Sowas scheint einfach dazuzugehören.

     

    Uns fallen wirklich schon die Augen zu und der Raum leert sich.

    Morgen geht’s gegen neun weiter mit indischem Frühstück. Danach die ganze Woche volles Programm. Die Projekte ankucken, einen Wohnplatz finden, verschiedene Touren durch Auroville….

    Naja also uns geht’s wirklich gut hier allerdings wird es vielleicht noch ein bisschen dauern, bis wir tatsächlich realisieren können, dass wir in Auroville sind und hier ein Jahr leben werden.

     

    Viele Grüße

     

     


  3. Eine Zeit voller Abenteuer beginnt

    September 7, 2014 by Sarah Schöne

    Noch nicht einmal zwei Wochen lebe ich jetzt hier, in Auroville, und trotzdem gibt es schon so viel zu erzählen, dass ich gar nicht weiß, womit ich anfangen soll. Deshalb fang ich einfach am Anfang an, mit dem ersten Tag in Indien:

    Am 26.08.2014 gegen zwölf Uhr Ortszeit fand eine lange Anreise für mich und meine vierzehn Mitfreiwilligen ihr Ende im Isaiambalam Guest House in Auroville.
    Die ersten Eindrücke von Indien, die mir besonders im Gedächtnis geblieben sind, als ich aus dem Flughafen in die belebte Welt Chennais trat, waren exotische Gerüche wie nach glimmenden Räucherstäbchen, viele Menschen, die erwartungsvoll vor dem Flughafeneingang standen und man sich nicht sicher war, ob sie auf jemand warteten oder einfach die fremden Leute bestaunen wollten, die ihre Welt betraten und die schwüle Hitze, die einen starken Kontrast zu der klimatisierten Flugzeug und Flughafenluft der vergangen Stunden bildete.

    Wir wurden von zwei freundlichen tamilischen Taxifahrern abgeholt und nach Auroville gebracht. Während der Fahrt war ich ständig hin und her gerissen, ob ich meinem schier übermächtigen Schlafdrang nachgeben sollte oder lieber die ganzen Bilder von Indien, die sich mir boten und die unglaublich faszinierend und fremd erschienen, aufnehmen wollte. Schon allein der indische Straßenverkehr war ein kleines Abenteuer für sich. Das Verhältnis von Motorrädern und Autos ist im Vergleich zu Deutschland umgekehrt, es scheint keine Verkehrsregeln zu geben (schon gar keine an die sich gehalten wird), beim und nach dem Überholen (und aus zahlreichen anderen, unerfindlichen Gründen) wird kräftig gehupt und bei so manchem Überhol- oder Abbiegemanöver sind die Entfernungen zwischen den einzelnen Fahrzeugen scheinbar auf den Zentimeter genau berechnet.

    Im Allgemeinen habe ich bisher jeden Tag das Gefühl viele kleine Abenteuer zu erleben. Dazu zählen unerwartete Begegnungen mit Skorpionen, etwas erfreulichere Begegnungen mit anderen unbekannten Tieren wie bunten Echsen, Mungos, schillernden Libellen oder riesigen Schmetterlingen, der Besuch im Matrimandir, eine nächtliche Busfahrt über holprige Wege in einem etwas in die Jahre geratenen Gefährt, eine Riksha-Fahrt von fast zwei Stunden, Tempelbesuche, meine erste Akroyogastunde oder einfach Begegnungen mit spannenden Personen (davon gibt es reichlich in und um Auroville).

    Auroville ist deutlich weitläufiger als ich es mir vorgestellt hatte. Im Grunde ist Auroville ein Wald mit ein paar Gebäuden darin. Jedenfalls ist so mein Eindruck der ersten Tage. Diese räumlichen Gegebenheiten machen mir die Orientierung nicht grade einfach. Das ist aber auch schon mein größter Stressfaktor zur Zeit.

    Seit dem ersten Samstag fühl ich mich hier sehr wohl. An diesem Tag sind auch viele Anspannungen von mir abgefallen, so habe ich endlich mein Projekt und dessen Leiter ein bisschen kennen gelernt und meine zukünftige Behausung (ja, ein ganzes „Haus“ für mich alleine) gefunden. So luxuriös, wie das jetzt klingt, ist es allerdings bei weitem nicht. Wohnen werde ich den September über nämlich im „Bamboo Center“ in einer kleinen Bambushütte und mir Küche, Dusche und WC mit den anderen Bewohner, darunter zwei der anderen Freiwilligen, der wie eine winzige Ureinwohnersiedlung anmutenden Hüttenansammlung teilen.
    Obwohl es beim Umzug ein paar Schwierigkeiten gab (die Mieten waren plötzlich um 2000 auf 6000 Rupies erhöht worden, was unser Mietbudget gesprengt hätte) und wir so bis etwa zwei Stunden vor Auszug aus dem Guest House gar nicht wussten, wo wir die nächsten Tage verbringen würden, bin ich jetzt sehr froh zu einem auf 5000 Rupies heruntergehandelten Preis in die Hütte mit dem schönen Namen „Flexibility“ eingezogen zu sein.

     

     

    SAM_3787

     

    Jetzt freue ich mich darauf, dass sich so langsam ein wenig Alltag und Struktur entwickeln kann. Zweifellos wird es jedoch abwechslungsreich und aufregend bleiben. Denn Auroville und seine Umgebung stecken voller Möglichkeiten, seinen Interessen nachzugehen, Dinge zu lernen und zu sehen und um zahlreiche, kleine Abenteuer zu erleben. ^-^


  4. 2. Beitrag (Sept.)

    Dezember 10, 2013 by Isabel

    Es ist 8:40 und ich fahre mit dem Fahrrad über eine rote staubige Straße- an mir vorbei ziehen hohe Bambusstäbe und Bäume, die ich nicht von zu Hause kenne. Heute ist es sogar der richtige Weg und bald komme ich auf eine Teerstraße und schlängel mich durch entgegenkommende Motorräder und Mädchen, die in Uniform auf ihrem Drahtesel zur Schule fahren. Vorbei an einem Tempel, kleinen Läden und vielen heruntergekommenen Häusern. Endlich finde ich die kleine Seitenstraße, die ich vorher vermeintlich schon 5 Mal erkannt habe, und biege ab. Noch einmal nach rechts und ich bin da: im Mohanam Cultural Center. Das Ganze in 12 Minuten und das am zweiten Tag!

    Gestern ging das nicht so gut, da musste ich 6 Mal fragen, bis ich endlich da war.

    Ein paar Kinder spielen schon und ich setze mich zu ihnen. Mittlerweile kann ich ihnen wenigstens zu verstehen geben, dass sie etwas gut machen, aber da hört es dann auch schon wieder auf. Ständig soll ich irgendwas klären, was das genau sein soll, verstehe ich natürlich nicht. Trotzdem scheinen mir die Kleinen das nicht ganz so übel zu nehmen.

    Jeden Abend habe ich einen Tamil crash cours. Und es gibt viel zu vermitteln, denn die Tamilen benutzen über 200 Schriftzeichen- von einfachen Haken bis Kunstwerken, die sich noch dazu kaum in der Aussprache unterscheiden. Zumindest nicht für meine unwissenden Ohren.

    Wenigstens gewöhne ich mich langsam an den Klang. In meinem Projekt sind fast nur Tamilen, sodass ich eigentlich nur Tamil höre.

    Seit Sonntag lebe ich nun  mit vier anderen Freiwilligen im Bamboocenter- mein Weg zur Arbeit beläuft sich also auf 0 Minuten. Schlafen tue ich in einer „Kapsel“, einer Hütte aus Naturmaterialen. Ja, richtig, ICH habe mir eine Unterkunft aus Holz und Palmblättern ausgesucht und es gefällt mir sogar ganz gut. Natürlich ändern sich die Ansprüche- Spinnen sind jetzt zum Beispiel die besten Freunde, weil sie Mücken abfangen und das Dach muss man sich mit Eichhörnchen und im schlimmsten Fall Ratten teilen. Gestern habe ich etwas rattenartiges gesehen, aber ich versuche mich selbst davon zu überzeugen, dass es nur ein Eichhörnchen war. Ich habe das undefinierbare Wesen „Jasmin“ getauft. Das klingt doch nett, oder?

    Eines von vielen Insekten hier

    Zurzeit tuckere ich noch mit einem Leihfahrrad herum. Eigentlich sollte ich schon seit 2 Tagen ein anderes haben, aber in ganz Indien wurde die Produktion gestoppt- Qualitätsmangel. Es gilt also abzuwarten und chai zu trinken…

    P1090768P1090668

    ______

     Aussicht aus der Kapsel
    Aussicht aus der Kapsel

    ________________________________________________


  5. 1. Beitrag (entschuldigt das Chaos)

    Dezember 10, 2013 by Isabel

    Nun bin ich schon 2 Tage hier und es wird Zeit für den ersten Bericht…

    Noch sind alle „Wolletiers“ zusammen im International Guesthouse Aurovilles. Der Umzug in unsere neuen Heime soll am Sonntag stattfinden.

    So ziemlich alles, was hier passiert ist ein Erlebnis. Allein die Taxifahrt von Chennai nach Auroville: Linksverkehr,  permanentes Gehupe, Spuren sind nicht so wichtig, man fährt halt wie´s gerade passt.

    In unserem Guesthouse angekommen, gab es erst mal Essen und danach eine Dusche, und zwar da drin:

     

    dusche international house

     

    Duschpublikum

    Angst vor Einsamkeit muss man hier nicht haben, denn es gibt drei Frösche, die einem Gesellschaft leisten und sich manchmal sogar auf Deinen Kopf fallen lassen, aber nur wenn Du Glück hast ;).

    Wenn wir schon bei Tieren sind: Auswahl gibt es hier genug. Vom Frosch in der Dusche über die Geckos im Zimmer und Ameisen im Bett und verschiedene Sorten gibt es auch- alles was das Herz begehrt.

    Allzu viel Zeit diese äußerst beeindruckende Biodiversität zu studieren haben wir aber nicht, denn unser Programm ist straff: Mit dem Fahrrad geht es über rote Straßen, die für mich noch alle gleich aussehen, zur Registrierung für die Aurocard (damit zahlt man bargeldlos innerhalb Aurovilles) und zu den ersten Projekten. Meins war heute auch dabei. Zunächst waren wir erst mal im Bamboo Research Center. Es ist wirklich schön dort. Die restlichen Teile, wie die Livelyboutique folgen morgen. Die richtige Freiwilligenarbeit beginnt aber erst nächsten Montag, bis dahin besuchen wir noch die restlichen Projekte und nehmen Organisatorisches in Angriff.

    Was noch? Ok, das was meine lieben Freunde wahrscheinlich am meisten interessiert ist das Essen. Habe ich nicht Recht? Ich hatte bisher nur einen kleinen Eindruck und muss noch viel Probieren aber hier gibt es ein paar Fotos. Mit den Händen essen macht sogar richtig Spaß, auch wenn mir durchaus noch etwas Übung fehlt, aber trotzdem, probiert das zu Hause, im fernen Deutschland ruhig auch mal aus. Aber denkt dran: Hände waschen und nur mit Rechts essen!P1090483

     _______________________________________________________