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‘Auf Achse!’ Category

  1. Teacherstrip

    Oktober 21, 2017 by Johanna

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  2. Mahabalipuram bzw. Mamallapuram

    Oktober 16, 2017 by Mira

    Busse mit geschlossenen Türen? Gibt es hier nicht!

    Seit Tagen ist der Himmel grau und wolkenverhangen. Immer wieder nieselt, regnet, stürmt oder gewittert es. Doch auf die richtig heftigen Regenfälle, die dem Grundwasserspiegel hier so gut tun würden, warten wir noch. Aber wegen solch eines Wetters den ganzen Tag nur zu Hause herumhängen kommt für uns deshalb noch lange nicht in Frage! So hat unser lieber Manuel auch für diesen Sonntag wieder einen Trip geplant und mitgekommen sind neben Manuel und mir noch Nina und Said. Von Pondicherry aus ging unsere zweistündige  Busfahrt nach Mahabalipuram bzw. Mamallapuram (viele Orte hier scheinen mehrere Namen zu haben) und ich frage mich, warum die Tamilen noch nicht taub sind, so laut wie die Musik, egal ob in Bussen oder in den Tempeln, immer abgespielt wird. Auch die Hupen könnten lauter nicht sein.

     

    Als wir von unseren Mitfahrern freundlich darauf hingewiesen werden, dass wir nun in Mahabalipuram sind, steigen wir aus und stehen etwas orientierungslos neben dem Highway am Stadteingang. Wir lassen uns von einem Rikschahfahrer überrumpeln und werden für 200 Rupien pro Person (ja, eindeutig zu viel, trotz Feilschens) den gesamten Tag herumgefahren. Diesmal gibt es keine hohen Berge mit hunderten von Stufen, die bestiegen werden müssen, dennoch haben wir einen recht schönen Ausblick (aufs Meer):

    Im Laufe des Tages sehen wir viele Baudenkmäler aus der Pallava-Zeit (7. bis 9. Jh. n.Chr.). Tempel, die aus einem einzigen Stein herausgeschlagen wurden, sogenannte Rathas. Höhlenartige Tempel, freistehende Tempel und sehr viele Reliefs.

    Herabkunft der Ganga

    Kühe – auch vor über 1300 Jahren schon wichtig

    Rathas

    Kampf von Gut und Böse

    Nach unserer Sightseeing-Tour der architektonisch bewundernswerten Elemente, werden wir zum Strand gefahren, genauer gesagt zum europäischen Strandabschnitt. Mahabalipuram ist nämlich eine der Touristenattraktionen Tamil Nadus, sowohl unter ausländischen als auch inländischen Touristen. Immer wieder haben wir heute auch „Weiße“ gesehen, die Einwohner scheinen ziemlich gut Englisch sprechen zu können und überall werden Essen oder Souvernirs für Touristen angeboten. Doch warum gibt es zwei verschiedene Strandabschnitte? Weil Inder eine andere Vorstellung von Strandurlaub zu haben scheinen als Europäer. Am europäischen Strandabschnitt liegen ein paar Fischerboote und Kühe herum und ein paar Weiße surfen in den sich brechenden Wellen. Kein einsamer Palmensanstrand, aber immerhin liegt hier (fast) kein Müll herum und Baden lässt es sich hier schon recht gut. Doch wir wollen auch den indischen Strandabschnitt sehen. Strand? Ich würde wohl eher sagen Jahrmarkt. Menschenmassen schieben sich an Buden, in denen Essen, Souvenirs und sonstiger Krimskrams angeboten wird, vorbei. Schießbuden, Karussels und Pferde für den „romantischen“ Strandritt fehlen natürlich auch nicht. Nur baden tut keiner. Viele Inder können nämlich auch gar nicht schwimmen.

    Den anderen wird es etwas zu viel und letztlich machen wir uns auf den Heimweg. Kaum steigen wir beim Highway aus der Rikschah, kommt auch schon ein Bus. Wir steigen ein und sind überrascht: Ruhe! Es gibt tatsächlich Busse, in denen man nicht mit Musik beschallt wird, sondern in großzügigen, bequemen Sitzen schlafen bzw. dösen darf – gegen einen Aufpreis, versteht sich.

    3 Stunden, nachdem ich Mahabalipuram verlassen habe, komme ich auf Discipline an und werde gleich sofort von Jasper und Daniel gerufen – das muss ich mir anschauen! Eine große, gelb-schwarz gestreifte Spinne hatte ihr Netz in eine Bananenstaude gewebt und sich als sehr aggressiv herausgestellt. Die beiden Jungs „fütterten“ die Spinne mit verschiedensten Insekten indem sie diese in ihr Netz warfen. Sobald sich die Insekten im Netz verfangen hatten, kam die Spinne herbei, rollte sie in einem rasendem Tempo mit ihrem Faden ein und tötete sie durch ihren Biss. Und als sich die Insekten nicht mehr bewegten, wurden sie von der Spinne „ausgesaugt“.

    Die Tierwelt von Auroville ist schon recht interessant und eindeutig anders als die in Berlin bzw. Mitteleuropa. Doch genauer möchte ich auf sie erst in einem anderen Blogbeitrag eingehen.


  3. Gingee

    Oktober 9, 2017 by Mira

    Unser Schweiß brennt uns in unseren Augen. Die Sonne brennt bei 30°C+ unerbitterlich auf uns nieder, während wir Rajagiri und Krishnagiri besteigen. Wie sind wir (Manuel, Jasper und ich) bloß an diesen Ort namens Gingee (Senji) mit Ruinen aus längst vergangenen Zeiten, erbaut hoch oben auf Bergen, die aussehen wie aufgeschüttete Steinhaufen, gekommen? Durch die Planung unseres Travel Guides Manuel und natürlich mit dem öffentlichen Bus! Um den Tag effizient nutzen zu können, sind wir früh aufgestanden trotz eines langen Abends zuvor auf der Pizzanight im Youthcenter. Von Pondicherry aus fuhren wir die einschläfernden 1½h mit dem Bus durch das kultivierte Flachland von Tamil Nadu, stets laute, tamilische Musik hörend. Doch dann erheben sich auf einmal erste Bergkuppen am Horizont und ehe wir uns versehen, stehen wir zwischen Reisfeldern vor dem ersten Berg, auf dem sich das Queens fort befindet – Krishnagiri.

    Der erste Palast auf diesen Bergen wurde im 9.Jh n.Chr. in der Chola-Dynastie erbaut und ist seitdem ständig aus- und umgebaut worden von den verschiedensten Herrschern und Dynastien. Viele Stufen müssen wir erklimmen, was wie oben schon beschrieben, in praller Sonne ziemlich schweißtreibend ist. Doch während wir in alten, halb zerfallenen Palastgemäuern von Dutzenden von Libellen umschwirrt werden, ergibt sich uns ein Ausblick auf das, was noch vor uns liegt: Rajagiri (der rechte Berg im Bild):

    Noch mehr Stufen, die wir emporsteigen müssen, noch mehr Schweiß, der fließen wird, doch wissend, dass einem von diesem noch höheren Berg, ein noch fantastischerer Ausblick gewährt wird. Unsere Erwartungen wurden erfüllt:

    Zur einen Seite hin sieht man die Stadt Gingee und den Berg Krishnagiri. Zur anderen Seite hin eröffnet sich uns ein Blick auf die ursprüngliche Vegetation Tamil Nadus vor der Kolonialzeit: Zwischen den steinigen Bergen ein grüner, wilder Dschungel (und in diesem immer wieder mal eine Tempel- oder Palastruine zu sehen). Auch Rajagiri selbst ist ein ziemlich überwucherter Ort und so kommt man sich beim Erkunden der Ruinen und beim Überklettern von Felsen fast vor wie Indiana Jones.

    Auch mussten wir uns vor „gefährlichen“ Tieren in Acht nehmen: Affen. Diese Tiere mögen auf den ersten Blick ganz niedlich sein, doch sobald sie sich einem nähern fletschen sie die Zähne, knurren und springen einen sogar an. Durch diese aufdringlichen Affen mussten wir auf Rajagiri lange nach einem ruhigen Ort suchen, um den Ausblick genießen zu können.

     

    Aber die Affen waren nicht die einzigen aufdringlichen Lebewesen an diesem Tag. In Gingee scheint man nicht so oft „Weiße“ zu sehen und so wurde uns oft die Hand geschüttelt, teilweise sogar geküsst, ständig hat man uns danach gefragt, wo wir her kommen und wie wir heißen. Und alle wollten ein Selfie mit uns machen. Als wir dann anfingen mit ihnen Smaltalk auf Tamil zu betreiben, hat es eigentlich alle Tamilen sehr erfreut und ihnen ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Und es hat uns wahrscheinlich auch geholfen beim Feilschen. Manuel hat es tatsächlich geschafft, den Preis für die Rikschafahrt zurück in die Stadt (weil wir alle echt fertig waren nach zwei Bergerkletterungen) von 70 Rupien auf 25 Rupien zu senken. In Gingee ist uns dann der Bus fast vor der Nase weggefahren, doch durch einen Wink des Ticketverkäufers sind wir einfach auf den schon anfahrenden Bus raufgesprungen – hier in Indien ganz normal. Völlig erschöpft, aber sehr zufrieden mit den heutigen Tag lassen wir uns dann auf der Rückfahrt an einer größeren Bushaltestelle auch noch von einem der vielen Streetfoodverkäufer, die den Bus während seines kurzen Stillstandes erobern, etwas leckeres andrehen und dösen auf der langen Rückfahrt glücklich und zufrieden im Bus vor uns hin – in Gedanken an den heutigen genialen Tag.


  4. Ein Ausflug nach Tirupati

    März 6, 2017 by Jonathan

    Freitagsabends um 19 Uhr ging es los. Ein Freund und ich sind von Pondicherry nach Tirupati gefahren. Die Fahrt im Bus würde ich nicht gerade als Gemütlich bezeichnen. Durch platzmangen dauerhaften Fahrtwind und lauter Musik war es für mich nicht möglich viel zu schlafen. Angekommen sind wir morgens um 3 Uhr, schnellst möglich haben wir in ein Motel eingecheckt und uns schlafen gelegt. Gut ausgeruht sind wir dann morgens um 11 Uhr zum Busbahnhof gelaufen. Von dort sind wir dann zu dem Berg „Sevenhills“ gefahren. Auf diesem Berg steht der berühmte Tempel „Sir Venkateswara“. Wes wegen wir nach Tirupati gefahren sind. Am Startpunkt angekommen, haben wir unser Gepäck abgeben. Dies wurde durch angestellte vom Tempel nach oben gebracht. Um 12 Uhr starteten wir dann die ersten Stufen des „Sevenhills“  zu besteigen. Mit dem Wissen das noch 7.000 Stufen vor uns liegen, haben wir uns Barfüßig auf den Weg gemacht. Der Grund warum die Pilger den Weg zum Temple Barfuß laufen, ist um die Götter zu ehren. Da sich die meisten Europäer  hoch fahren lassen, würde ich oft interessiert angeschaut. Nach drei Stunden sind wir dann oben angekommen. Dort konnte man sich eine Glatze schneiden lassen, wodurch all die Sünden erlassen werden sollen. Was sehr verlockend klingt, wir aber nicht gemacht haben. Wir haben nur die kalte Dusche in Anspruch genommen und uns für den Tempel umgezogen. Danach haben wir uns  für den Temple angestellt. In sporadischen Zeitabständen wurden Tor der Gänge geöffnet, wo durch die wartende Menge immer näher zu dem Tempel geführt wurde. Ungefähr nach 2 Stunden kamen wir dann in eine große Halle. In dieser haben wir mit mehreren Tausenden von Menschen viele Stunden gewahrtet. Durch Gitterstäbe und der Tatsache, dass wir die Halle nicht verlassen konnten, fühlte es sich an als wäre man ein Gefangener. Auch hier war ich der einzige Europa der diese Strapazen auf sich nahm. In der warte Zeit würde sich einfach auf den Boden gelegt und versucht zu schlafen. Oft wurde auch der Nachtbar als Kopfkissen Ersatz benutzt. Nach ein paar Stunden wurde dann essen in riesigen Töpfen angerollt. Die Töpfe hatten einen Durchmesser von ungefähr 1,5 m. An der Essensausgabe kam es zu Gedrängel wodrauf Streitigkeiten folgten. Die aber schnell Geschlichtet wurden. Als dann endlich nach vielen Stunden die Tore der Halle aufgemacht wurden hat sich die Menge mit einem riesen Gedrängel in Bewegung gesetzt. Eltern mit Kindern mussten aufpassen dass ihr Nachwuchs nicht zerquetscht oder zertrampelt wird. Aber auch als erwachsene Personen musste man aufpassen. Sehr schwer war es sich nicht zu verlieren, was wichtig war da es kaum eine Chance gab sich in dem Getümmel wieder zu finden. Glücklicher weiße haben wir es geschafft beisammen zubleiben. Als wir durch immer mehr Gänge geleitet wurden, kam es mir so vor als würden diese nie ein Endefinden. Immer wieder mussten wir stehen bleiben und warten. Oft wurde von der ganzen Menge laut der Name der Göttin gerufen. Das lief so ab das einer damit angefangen hat und die Menge als Echo den Namen „Govindha“ wieder holt hat. Als wir nach all dem warten und Govindha rufen in den Tempel kamen könnten wir für 1s die Statur der Göttin erhaschen, bevor die Menge einem weiter geschoben hat. Durch die riesen Menschenmenge wurde wir durch den ganzen Tempel förmlich durch geschoben. Zum Schluss haben wir uns im Tempel noch Laddu gekauft. Dies ist eine Art Süßigkeit die es nur in  „Sir Venkateswara“ zukaufen gibt. Am Ausgang des Tempels standen wartende die jemanden in dem Gedrängel verloren haben. Um 2 Uhr morgens sind wir dann völlig erschöpft zu Bett gegangen.  Dies war ein sehr interessanter Tag an den ich noch lange denken werde.


  5. Ernakulam, du bist so wunderbar!

    November 15, 2015 by Laura

    Letztes Wochenede waren Jelly und ich in Ernakulam, das liegt in der Region Kochi in Kerala. Primär um die BioFach India zu besuchen, aber auch um ein bisschen Ernakulam und Umgebung zu sehen. Wir haben uns bei einem sehr netten Couchsurfer einquartiert, der uns seine Liebe für Ernakulam und Umgebung weitervermittelt hat. Ich werde es Jana gleich tun und ein bisschen die Bilder sprechen lassen.

     

    Ernakulam liegt sehr schön am Wasser gelegen.

    Ernakulam liegt sehr schön am Wasser gelegen.

     

    Zur Handelsstadt für Gewürze und dergleichen machten es erstmals die Portugiesen, die auch das Christentum in das Gebiet brachten, welches hier seitdem wohl die primäre Religion ist.

    Zur Handelsstadt für Gewürze und dergleichen machten es erstmals die Portugiesen, die auch das Christentum in das Gebiet brachten, welches hier seitdem wohl die primäre Religion ist. IMG_2838edresize

    Strand gibt es hier auch :)

    Strand gibt es hier auch 🙂

     

    Der Hafen in Kochin, damals von den Portugiesen und Niederländern vorallem für Gewürzhandel genutzt, dient jetzt primär für die Fischerei. Durch die besondere Strömung müssen die Fischer die Netze nur senken und die Fische gehen ihnen wortwörtlich direkt ins Netz.

    Der Hafen in Kochin, damals von den Portugiesen und Niederländern vorallem für Gewürzhandel genutzt, dient jetzt primär für die Fischerei. Durch die besondere Strömung müssen die Fischer die Netze nur senken und die Fische gehen ihnen wortwörtlich direkt ins Netz.

     

    Das Kathakali, traditionelles Maskentheater der Region, konnten wir auch sehen. Sehr verwirrende Story, aber cool anzuschauen.

    Das Kathakali, traditionelles Maskentheater der Region, konnten wir auch sehen. Sehr verwirrende Story, aber cool anzuschauen.

     

    Die Backwaters, ein überwiegend natürliches System aus Kanälen, Flüssen und Seen welches sich durch ganz Kerala zieht. Hier sind Reishändler bei der Arbeit.

    Die Backwaters, ein überwiegend natürliches System aus Kanälen, Flüssen und Seen welches sich durch ganz Kerala zieht. Hier sind Reishändler bei der Arbeit.

     

    Direkt an den Backwaters leben auch viele Menschen

    Direkt an den Backwaters leben auch viele Menschen

     

    Wir waren in einem Gewürzhandel, der fast nur von lokalen Frauen geführt wird, die sich damit ihren Lebensunterhalt verdienen.

    Wir waren in einem Gewürzhandel, der fast nur von lokalen Frauen geführt wird, die sich damit ihren Lebensunterhalt verdienen.

     

    In Kochi waren gerade Lokalwahlen - die linke Partei UDF (United Democratic Front) hat anscheinend die meisten Stimmen erhalten.

    In Kochi waren gerade Lokalwahlen – die linke Partei UDF (United Democratic Front) hat anscheinend die meisten Stimmen erhalten.

     

    Eine Frau, die als Dhobi arbeitet, die Kaste der Wäscher hier. Dafür gibt es extra Gebäude, in denen hunderte von diesen Dhobis arbeiten. Man kann seine Wäsche vorbeibringen und sie später abholen kommen.

    Eine Frau, die als Dhobi arbeitet, die Kaste der Wäscher hier. Dafür gibt es extra Gebäude, in denen hunderte von diesen Dhobis arbeiten. Man kann seine Wäsche vorbeibringen und sie später abholen kommen.

     

    Insgesamt waren Jelly und ich begeistert von der Freundlichkeit und anscheinenden Gelöstheit vieler Menschen, denen wir in Kochi begegnet sind. Die Region zeigt deutliche Kolonialeinflüsse, aber auch viel Indisches. Diese Fusion hat uns anfangs zwar gestört, aber gleichzeitig auch fasziniert. Auf der Messe konnten wir auch mit vielen interessanten Leuten und Projekten sprechen, sobald wir die profitorientierten Händler abgewimmelt hatten. 😀