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Dezember, 2013

  1. Es Weihnachtet sehr

    Dezember 27, 2013 by Isabel

     

    1. Weihnachtstag, es ist später Nachmittag und vom Schmerz gezeichnet stehe ich an irgendeinem Highway und starre den Autos, die vorbei fahren hinterher. Meine Schultern und mein Rücken tun weh, meine Beine fühlen sich seltsam leblos an.

    Wie bin ich hier hin geraten? Ein paar Schritte zurück:

     

    Gestern Abend hatten wir eine sehr schöne Weihnachtsfeier. Erst gab es Abendessen im Visitor Center, dann Wichteln im Dorf. Als ich dann so um 2.30 wieder zu Hause war, durfte ich aber leider noch nicht schlafen. Es ging ans packen. Ganz schlau hatte ich mir nämlich überlegt, gleich am nächsten Tag nach Pune zu fahren, um 7.

    Irgendwie habe ich es geschafft nur eineinhalb Stunden zu schlafen und dann aber auch pünktlich im Bus nach Chennai zu sitzen. Ich habe es sogar hinbekommen einen Stadtbus zu finden, der dann sogar zum richtigen Bahnhof fuhr. Dass ich das Gleis auch problemlos gefunden habe, hätte mich eigentlich schon misstrauisch machen sollen. Reden wir nicht lange drum herum: Ich habe den Zug nie bestiegen. Ich war nur auf der Warteliste für das Ticket und es haben nicht genug Leute ihren Platz abgesagt. Was macht man dann? So richtig habe ich noch nicht mal das mit der Warteliste verstanden, aber am besten wendet man sich an einen netten Beamten.  Quer durch den Bahnhof geschickt, irgendwo angestellt, 15 Minuten gewartet- „Du bist hier falsch, geh mal ein Stockwerk höher“ Ok.

    Ein Schild zeigt auf einen nicht vorhandenen Touristenschalter, also stelle ich mich ganz normal an. Nach 20 Minuten des Anstellens und weitere 5 Leute Vollquatschens, „Was mache ich jetzt? Wie? Ich habe gar keine Ahnung!!!“, komme ich endlich dran und muss erfahren, dass natürlich alles weg ist. Man kann ganz früh morgens am nächsten Tag kommen und dann vielleicht ein Ticket kaufen. Ok, was soll´s, mir bleibt ja nichts anderes übrig.

    Dann finde ich den Touristenschalter doch noch, es ist ein richtiges Büro und mir werden Hoffnungen geweckt, dass ich über mein besonderes Visum einen Platz kriegen könnte, aber halt auch erst morgen.

     

    Ja, „What to do?“ ein Tag in Chennai steht mir bevor. Und dann kommt doch wieder alles ganz anders. Es gibt einen Bus nach Pune! In einer Stunde. „Warum nicht?“ Dann halt Bus.

     

    Und wir sind wieder am Anfang. Irgendwie bin ich zu groß für den Bus. Das klingt vielleicht komisch, aber Holzklasse im Flugzeug kommt einem im Vergleich riesig vor. Ich kriege meine Beine schlicht und ergreifend nicht richtig zwischen die Sitze. Also hänge ich 9 Stunden in unterschiedlichsten Positionen im Gang oder als Päckchen auf meinem Sitz. Ein Glück werde ich in Bangalore erlöst und darf in einen andreren Bus umsteigen, in dem es weitere 13 Stunden nach Pune geht.

    Die Reise war zwar etwas schmerzhaft, aber an sich bin ich wirklich überrascht, wie einfach es ist quer durch drei Bundesstaaten zu reisen. Ich habe bestimmt tausend Leuten eine Millionen dumme Fragen gestellt und mir wurde immer geholfen. Auch wenn ich nachts umgestiegen bin, habe ich mich nie unsicher gefühlt. Es ist wirklich schön endlich mal im richtigen Indien unterwegs zu sein und wieder einmal zu sehen, dass man nicht alle Horrorgeschichten glauben muss, die man so hört. 😀

     

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    Einer der vielen Weihnachtsbäume, die wir in Mohanam gebastelt haben.

     

     

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    Weihnachtsbusch

     

     

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    P1120238oben: Der „Weihnachtsbusch“ wird von verschiedenem Getier bewacht. unten: die Kinder empfangen ihre Weihnachtsgeschenke

     

     

    Mein erster Sari, ist aber schon etwas her...

    Mein erster Sari, ist aber schon etwas her…

     

    sari

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    Frau bei einem Kurs über lokale Heilpflanzen

    Frauen bei einem Kurs über lokale Heilpflanzen

     

    Einer der unauffälligeren Heilpflanzen...

    Einer der unauffälligeren Heilpflanzen…

     

     


  2. Weihnachten?

    Dezember 23, 2013 by Isabel

    Sonntag, 22.12.2013

     Von meinem letzten weihnachtlichen Erlebnis habe ich ja bereits berichtet. Seit dem ist es mir recht gut gelungen jeglichen Gedanken an Weihnachten zu verdrängen. Zwar mache ich jeden Tag ein Kalendertürchen auf, aber im Weihnachtsrausch bin ich nun wirklich nicht. Die spärliche Weihnachtsdekoration in Pondy verwirrt mich. Das die Angestellten bei Pothys (großes „westliches“ Kaufhaus) Weihnachtsmützen tragen – grotesk.

    Wahrscheinlich fehlt das jährliche penetrante Weihnachtsgedudel, das einen normalerweise immer verfolgt „last christmas I gave you my heart…“.

    Oder die Kekse. Im Grunde alles, aber das ist schon in Ordnung.

    Am Freitag durfte ich dennoch bei einer sehr schönen Weihnachtsfeier dabei sein: Im „Thamarai Healingcenter“ wurde mit den Kindern der „nightschool“ gefeiert. Das bedeutet viel Vorbereitung: Sterne basteln und aufhängen, einen Weihnachtsbaum basteln, sogar ein Weihnachtsmann sollte kommen!

    Und da sitze ich nun, draußen wird es immer dunkler und die Kinder springen ganz aufgekratzt vor der Tür rum. Endlich dürfen sie rein. Jeder bekommt eine kleine Kerze, darf sich was wünschen und stellt sie dann zum Weihnachtsbaum.

    Es ist sehr still. Jeder nimmt nach und nach Platz und wartet gespannt darauf, was als nächstes geschieht. Es folgt die Weihnachtsgeschichte, die Ankunft des Weihnachtsmanns, der die Wärme gar nicht gut weg steckt, und Kuchen. Das alles wird mit Weihnachtsliedern auf verschiedenen Sprachen begleitet. Es ist wunderschön, die Stimmung ist wirklich weihnachtlich, auf eine ganz besondere Art. Im Hintergrund hört man Musik, vom gegenüberliegenden Tempel und immer mal das Hupen eines Motorrades, Meditation und Gebete zu verschiedenen Hindugöttern sind auch Teil der Zeremonie, abgeschlossen mit einem „OHM“. Die Mischung ist perfekt und die Feier wunderschön.

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    Weihnachten in ThamaraiP1120166

     

    Mein Weihnachtskalender


  3. Frohe Weihnachten!

    Dezember 23, 2013 by Dominik Blase

    Wir, das Weltwärts Team 2013/14, wünschen allen Lesern unseres Blog’s ein schönes Weihnachtsfest 2013! Vielen Dank für euer Interesse an unserem Blog.

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    (Die Bilder sind am Samstag entstanden als viele von uns in Pondicherry unterwegs waren, um Weihnachtsgeschenke zu kaufen. Zu unserer Überraschung gab es an so mancher Straßenecke, und sogar im Supermarkt, einige interessante Weihnachtsartikel. Dabei kam das Christkind ein wenig zu groß und der Weihnachtsbaum ein wenig unecht daher.)


  4. Kurzeinblick „Schon Weihnachten?“

    Dezember 20, 2013 by Nora

    Hallihallo….

    Ich arbeite heute und morgen mehr als Fulltime- das letzte Ingenieurs-Training. 170 Ingenieure aus dem Bundesstaat lernen von uns, wie man Energiesparmaßnahmen umsetzt und Solaranlagen auf den Dächern installieren lässt. Ganz schön viel zu tun, aber auch spannend gerade mit unserem Ansatz das Training mit dem Ansatz „experienced-based“-learning zu gestalten. 🙂

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    Ansonsten ist ja eigentlich Advent, was ich kaum glauben kann, denn tagsüber ist hier Sommer und nur morgens ein bisschen zu kalt (da brauche ich tatsächlich zwei Decken! und die kalte Dusche ist eine Überwindung!)… Aber heute Abend ist Generalprobe für unser Adentssingen am Sonntag mit Plätzchen und Weihnachtsbäckerei (von uns Weltwärtslern aufgeführt). Die Zeit vergeht so schnell…

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    Und nebenbei klettere ich auf Windmühlen und bestaune das Meer auf der einen Seite und den Sonnenuntergang über dem Tropical Dry Evergreen Forest auf der anderen Seite.

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    Wünsche allen einen wunderbaren 4. Advent und FRÖHLICHE WEIHNACHTEN!!!

    Eure Nora


  5. Kühe und andere Verkehrsteilnehmer

    Dezember 10, 2013 by Isabel

     

    Neuer Wohnort, neuer Arbeitsweg. Ich wohne jetzt im Außengürtel Aurovilles, ca. 6 Km von meiner Arbeit entfernt. Die genaue Zahl kann ich noch nicht sagen, denn ich probiere jeden Tag einen anderen Weg aus, auf der Suche nach dem Kürzesten. Bisher kommt mir der Weg durch die Dörfer am kürzesten vor. Der sicherste ist er aber definitiv nicht.  Aber keine Sorge, er ist auch nicht besonders gefährlich…

    Morgens beginnt der Kampf mit meiner Tür. Es ist eine Schiebetür aus Metall, die es nicht besonders mag bewegt zu werden. Keiner soll raus, keiner soll rein. Und ich denke wirklich jedes Mal, dass sie gewinnen wird. Somit startet der Tag immer mit einem Triumph, denn irgendwie kriege ich sie dann doch immer auf, wenn auch nur einen Spalt breit, durch den ich mich dann durchquetsche.

    Ein paar Schritte am Bad und der Küche vorbei zu einem kleinen Dach, wo mein Motorrad steht. Tief einatmen: „Bitte geh ´an.“ Nach ein paar Versuchen funktioniert es auch. 200 Meter zum Gate. Komplett runter schalten, denn nach Regen bildet sich hier ein Matschsee und man hat ohnehin nicht so viel Platz zum Abbiegen. Weiter geht es, „Tschüssi, bis heute Nachmittag Adventure!“. Links um die Ecke, am besten hupen, denn man sieht nichts, an einer Schule vorbei, über zwei mörderische „speed breakers“. Lebendiges Hindernis: Kühe. Nichts führt daran vorbei, man muss sie im Slalom umschiffen, in der Hoffnung, dass sie nicht plötzlich beschließen sich umzudrehen oder irgendwo hinzurennen.

    „Dumme Kuh“ ist vermutlich der passendste Ausdruck, den es gibt.

    Wenn ein Bus Vollgas auf einen zugefahren kommt, geht man nicht weg, nein, man bleibt schön stehen, wartet, dass der Bus einen Meter vor einem anfängt zu bremsen und springt dann auf die andere Fahrbahn, Isabel vor ´s Motorrad.

    Wenn ein Motorrad ganz nah an einem vorbei fährt, dreht man sich auch plötzlich um und greift es an, ganz genau.

    Der beste Ort zu meditieren ist auch im Liegen, mitten auf der Straße, aber nur wenn es dunkel ist und man besonders gut zu sehen ist…

    Im Grunde ist es aber wirklich nichts Besonderes mehr. Kühe sind Verkehrsteilnehmer wie jeder andere auch.

    Zurück zu meinem wahnsinnig spannenden Arbeitsweg: als nächstes kommt man auf die asphaltierte Straße und biegt links ab. Vorbei geht es an kleinen Häuschen, einem großen Tempel nach rechts, weiter gerade aus, zwischen durch schön hupen, damit die Hunde von der Straße gehen, aber meistens muss man sowieso ausweichen. Am sympathischsten sind mir noch die Ziegen, die sind wenigstens witzig, aber das ist eine andere Geschichte.

    Jetzt muss man nur noch der Straße folgen, man überholt zwischendurch, wird überholt, überholt wieder. Dumm nur wenn ein Bus kommt, was leider morgens immer so ist. Die fahren einfach so unglaublich schnell und unkontrolliert, dass man manchmal wirklich einfach anhalten und von der Straße runter muss und das ist jetzt ausnahmsweise mal nicht übertrieben.

    Anschließend kommt man wieder ins Dorf biegt tausend Mal links und rechts ab und ist im Idealfall unverletzt angekommen. Tadaaaa

     

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    Mein Haus

     

    Meine Küche

    Meine Küche

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    Küche aus einer anderen Perspektive

    Küche aus einer anderen Perspektive

     

    Mein täglicher Weg aus der Community.

    Mein täglicher Weg aus der Community.

     

     

    Man halte sich rechts

    Man halte sich rechts