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Auroville Doku

24. Oktober 2015 von Caro

Liebe Menschen,
nur eine kurze Info nebenbei: am 25.10.2015, sprich morgen, läuft im SWR Fernsehn um 8:15 Uhr eine kurze Dokumentation über Auroville („Auroville – Eine andere Welt ist möglich“). Vielleicht hat ja jemand Interesse. Anbei noch die Filmbeschreiung, seid lieb gegrüßt!
Caro

Zahlreich waren die Gründungen von Gemeinschaften zur Verbesserung der Welt in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts. Als einzige sinnvoll erscheinende Alternative auf eine menschenverachtende, nur noch kapitalistisch orientierte Nachkriegsgesellschaft verstanden vor allem progressive Intellektuelle und Künstler in Europa diese Entwicklung. Indien mit seinem enormen historischen Potential an zelebrierter Spiritualität und einer großzügigen Haltung gegenüber anderen Lebensformen wurde Heimat für viele dieser Sinn suchenden Kommunen.

Mit dem Niedergang der progressiven Protestbewegungen des Westens Anfang der 70er-Jahre begann auch die Auflösung so gut wie aller dieser Unterfangen die mit einer Verbindung von Alltagsspiritualität und einfachen, genügsamen Lebensformen ein gerechtes und friedliches Zusammenleben der Menschheit zu erzielen trachteten – bis auf eine Ausnahme: 45 Jahre nach ihrer Gründung kann sich die internationale Gemeinschaft von Auroville, im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu gelegen, eines steigenden internationalen Interesses erfreuen. Auch wenn es erstaunen mag: die Idee rund um die Lebensutopie Auroville scheint mehr brauchbare Rezepte zu haben auf die derzeitige globale Ratlosigkeit gegenüber stagnierenden Wirtschaftswundern und der ernüchternden Erkenntnis, dass Konsum alleine nicht glücklich macht, als permanent fortschrittsgläubige Heilsversprechen aus Politik und Globalökonomie.

Knapp 2.200 Menschen aus 42 Nationen versuchen sich an dem subtropisch-heißen Ort gegenwärtig in der Umsetzung der Auroville-Charter: ein Leben nach Notwendigkeiten und nicht nach Konsumwünschen auszurichten und dieses Leben im Sinne einer umfassenden Natur erhaltenden, schonend-ökologischen Ausrichtung zu gestalten. Jeder Einzelne verpflichtet sich seine Arbeitsleistung zum Nutzen der Gemeinschaft zu investieren. Gefordert wird dabei das Experiment. Jeder Bewohner hat die Möglichkeit sich in dem auszuprobieren, was er machen will – unabhängig von seinem vorherigen Berufsleben und abseits gesellschaftlicher Einschränkungen und Vorgaben. Und so versteht sich Auroville als ein „Labor der Evolution“, dessen Zielaufgabe die evolutionäre Veränderung des Menschen zu einem Wesen mit göttlichem Bewusstsein sein soll.

Über ihr Leben in Auroville werden die Österreicher Otto, Martin, Achilles und Aurelio sprechen. Otto lebt seit 30 Jahren in Auroville und ist der oberste Finanzverwalter. Davor leitete er für 10 Jahre eine Diskothek in Wien. Nebenbei ist Otto ein begnadeter Schauspieler und der Star von Aurovilles professioneller Theatergruppe. Im Film wird Otto mit deutlichen und authentischen Worten das Besondere und damit den Unterschied zwischen einem Leben in Auroville und der westlichen Welt aufzeigen. Martin ist 34 Jahre alt und nach seinem Studium in Wien nach Auroville gekommen. Er lebt von einer Mindestgeldversorgung, der sogenannten „maintenance“ in der Höhe von Euro 140 Euro pro Monat. Das ist wenig Geld, aber Martin ist zufrieden und führt ein ereignisreiches Leben als Consultant für nachhaltige Energiemodelle. Achilles, ebenfalls seit 30 Jahren in Auroville lebend, bezeichnet sich selbst als Überbleibsel der Hippiegeneration. Er führt ein Leben ganz nahe am Pulsschlag der Natur, betreut einen Reitstall und arbeitet hauptsächlich in den Wäldern Aurovilles. Achilles war einer der Auroville-Pioniere, welche in den 70er- und 80er-Jahren das trostlose und unfruchtbare Hochplateau an Südindiens Koromandelküste in eine fruchtbare Regenwaldlandschaft verwandelten. Aurelio leitet ein Unternehmen zur Erzeugung von Musikinstrumenten. Er beschäftigt 40 Inder und eine Hand voll Zivildiener aus Österreich und Deutschland. Für ihn ist das Leben in Auroville eine oft schwierige Grätsche zwischen kommerziellen Unternehmerinteressen und einer Spiritualität, ohne die das bewusste Leben in Auroville scheitern würde. Schließlich kommt es zur Begegnung mit der ehemaligen deutschen Managerin Ulrike. Die Juristin hat vorerst ein komfortables Leben mit Dienstwagen und steiler Karriere gegen ein neues Leben mit neuen Herausforderungen in Auroville, abseits von Konsum-und Karrieredenken, gewählt.


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