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Berichte – Henry

1. Quartalsbericht

3 Monate Farmarbeit

Auf der Farm „Discipline“ gibt es immer etwas zu tun. Es gibt allerdings unterschiedliche Aufgaben, die vom Wetter, beziehungsweise von der Jahreszeit abhängen.

Täglich beginnt der Arbeitstag für mich mit der Ernte um sieben Uhr. Ich verbringe täglich etwa eine Stunde mit der Ernte der Minze. Das bedeutet, ich pflücke lange Minzstiele ohne dabei die Wurzeln auszureißen. Die Arbeit ist eher monoton und wird, besonders während des Monsuns noch durch Kälte, Nässe, schlechte Bodenverhältnisse und Mückenschwärme erschwert. Auf die Minzernte folgt das Abernten anderer Nutzpflanzen. Beispiele hierfür wären Bohnen, Brinjals, Basilikum, Sternfrüchte, Okraschoten und Rucola. Die Ernte macht mir insgesamt, erwartungsgemäß, Spaß, denn ich sehe, im wahrsten Sinne des Wortes, die Früchte der vorangegangenen Arbeit. Es erfreut mich jedes Mal in höchstem Maße, wenn ich die Frucht einer Pflanze, in deren Gedeihen ich zuvor Mühe, Zeit und Anstrengung gesteckt habe, pflücke.

Direkt anschließend präpariere ich die geernteten Produkte für den Abtransport zur zentralen Verteilstelle „Foodlink“. Hier fällt mir immer wieder im Besonderen auf, wie wählerisch die Menschen selbst in Auroville, dem selbsternannten „Ort, an dem die Bedürfnisse des Geistes und das Sorgen um den Fortschritt Vorrang erhalten gegenüber der Erfüllung von Begierden und Lüsten, der Suche nach materiellem Vergnügen und Genuss“¹ sind. In meinen Augen ist die Toleranzgrenze zur Annahme von Lebensmitteln seitens Foodlink um Einiges zu hoch: Lebensmittel werden auch dann nicht angenommen, wenn sie einen geringen, nicht einmal entfernt gesundheitsgefährdenden Mangel haben.

Neben der Selektion der Erträge kümmere ich mich auch um das Waschen, Bündeln und Packen. Der Abtransport findet dann gegen neun Uhr fünfzehn statt. Ab diesem Zeitpunkt variieren meine Tätigkeiten täglich.

Einen großen Zeitraum hat bis jetzt das Jäten des Minzfeldes eingenommen. Auf Grund der Tatsachen, dass Minze bodennah wächst, kommt es schnell vor, dass Unkräuter zwischen den Blättern heraussprießen. Grundsätzlich ist das Jäten (oder auf Englisch „weeding“ oder „cleaning“) ein fester Bestandteil der ökologischen Landwirtschaft und somit gegenwärtig wie auch zukünftig ein fester Bestandteil meines Arbeitsalltages.

Neben der Pflege von Pflanzenkulturen war ich auch am Anlegen von neuen Kulturen beteiligt und konnte so den landwirtschaftlichen „Zyklus“ der Pflanzen mitverfolgen: Nachdem der Boden durch Jäten und Pflügen vorbereitet wurde, wird Kompost in die Erde eingearbeitet und Beete aufgehäuft. Als nächstes werden, von der Pflanzenart abhängend; entweder der Samen direkt oder der im Grünhaus gezogene Setzling gepflanzt und gewässert. Dadurch, dass die Pflanze besonders anfangs regelmäßiger Pflege bedarf, begleitet man sie auf ihrem Wachstum bis zum Zeitpunkt, an dem sie groß genug ist, um geerntet zu werden. Da ich auch die Ernte vornehme bekomme ich den Zustand der jeweiligen Pflanze bis zu ihrem Eingehen mit. In, bis jetzt noch, seltenen Fällen gewinnen wir auch die Samen unserer Nutzpflanzen.

An der Herstellung des auf der Farm eingesetzten Kompostes war ich ebenfalls des Öfteren beteiligt. Ich half dabei sowohl bei dem Anlegen von Grünkomposthaufen, als auch bei der Gewinnung von sogenanntem „Vermicompost“, Kompost, der durch den gezielten Einsatz von verschiedenen Wurmarten gewonnen wird. Auch im Grünhaus habe ich einige Zeit verbracht. Hier galt es, die Erfolgschancen von gepflanzten Samen zu maximieren. Dies geschah durch eine sorgfältige Herstellung der genutzten Erdmischung, bei der zu meist Kompost, Oberflächenerde, Sand und rote Erde in variierenden Anteilen verwendet wurden. Darüber hinaus ist eine regelmäßige Bewässerung genauso von Nöten, wie das Instandhalten des Grünhauses an sich, sodass dessen Vorteile, namentlich der Schutz vor Parasiten, Extremtemperaturen und Extremwitterungen, Bestand haben.

Zuletzt betreibt die Farm auch Lebensmittelweiterverarbeitung, an der ich besonders in den letzten Wochen vermehrt beteiligt war. Aus Früchten stellen wir Marmelade her, die wir abschließend in Einmachgläser abfüllen. Diese werden anschließend etikettiert und an Foodlink gesandt.

Ein persönliches Projekt von mir war es, ein Jahr alte Mangomarmelade möglichst gewinnbringend neu zu verarbeiten, weshalb ich Mangochutneyrezept entwickelt und anschließen durchgeführt habe. Das Chutney haben wir abgefüllt und mittlerweile zum Teil verkaufen können.

¹ Übersetzt durch den Autor. http://www.auroville.org/contents/197. „A Dream“. © Auroville Foundation, 2004

Henry Schoeller Discipline Farm
16. November 2014

 

2nd Quarterly Report

6 Months Of Farmwork

I have been working on the Discipline-Farm for the last six months now and I will continue doing so for another six months. I am doing a voluntary service supported by the German Ministry of Development Cooperation called „weltwärts“. This is how felt working here.

When I came to Auroville I could not use my left arm, let alone my left hand, because I severely injured it back in Germany. Therefor I was quite curious to see how I could work on a farm five days a week. Coming here I did not know weather it was possible for me to contribute to the farm as an active volunteer in such a way that it was both beneficial for the farm and sufficient to my expectations and aspirations. Not having worked manually for seriously long periods of time beforehand, I had no realistic idea of, firstly, how physically exhausting and demanding, and secondly, how manageable with basically one hand it would be.

Retrospectively annalysing the introductory Period of my voluntary service year, I am very happy to say that it went a whole lot easier than I had expected. Every single member of the farm has bid me warmly welcome. I was offered a wide variety of opportunities to contribute to the farmwork, especially taking into consideration the fact that I had not worked on a farm before.

As I have been working on the farm on five days per week and will all the time being a volunteer here in Auroville, I soon felt the urge to find one particular or more projects in which I could engage for longer periods of time and subsequently would be given greater responsibilities, not to mention the knowledge I would surely gain in the process. I did find such projects and I am satisfied with the results as well as with the way those efforts were met and valued. Colleagues, menthors and managemant all

give me the feeling that my contribution and my efforts are taken for serious and valued.

An example for such a project of mine is the „Discipline“-farm stand on the weekly farmer’s market in the youth center on saturdays. Starting this project basically from square one, I spent relatively much thought, labour and effort establishing a serious concept. This concept, which I kept presenting to the ones in responsibility, has always been seen and treated in a serious way. I experienced realistic feedback and in most cases even further ideas and contributions, which turned out to be of rather significant importance for me.

A current field of work that I spend quite some time on lately is the collection of seeds, namely the ones of herbal plants like mustard, rucola or basil. I like this kind of work beacause it does not get boring too easily and has a considerable influence on the farm. Moreover, this field proves to be offering a tremendous potential, when it comes to improvements that could be made on the farm. And own seedcollection is highly valuable for a farm, because due to natural occuring adaptation and evolution, the plants that give seed are the ones that did best in this particular ecological environment of the farm. Consequently, sowing seeds won from farm owned plants is an very efficient way of growing plants, let alone growing young plants in the green house, the nursery that is being managed by the farm itself.

Furthermore I highly enjoy constantly being able to gain knowledge in the field of agriculture, organic agriculture in particular. I am frequently offered opportunities learn, the daily work on the farm being the most significant one. In addition, I can not help but say that Auroville as place of constant learning fosters this atmosphere of knowledge exchange.

Obviously, the kind of work that is needed to be done on the farm heavily depends on the season at hand. I appreciate this periodical shift for it adds to the variety of experience both on the farm and in Auroville, thus making the stay quite a lot more interesting. During the wintermonths of Auroville, for instance, by far the most time was spent weeding, as all the plants seem to grow way faster than in other times. Approaching the hotter months, on the other hand, mulching takes up most of the time.

A rather annoying issue regarding the work on the farm is the high fluctuation of volunteers. Being a volunteer myself, though one staying for a greater amount of time, I am, from time to time, asked to take care of someone, who wants to work on the farm voluntarily. It, apparently, has become common practice to not behave as a reliable source of labour. In other words, I have had several experiences where I introduced volunteers on the farm, which, of course, takes time and work, without seeing those particular visitors only once again on the farm.

After all, I still am happily satisfied with the time I spend on the farm, the experiences I have and the work I do.

Henry Schoeller Discipline Farm 27. Februar 2015

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