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Meine ersten drei Monate…. :)

28. Februar 2017 von Vithusan

Nun sind drei Monate rasch vergangen und man hat vieles gesehen sowie einiges dazu gelernt. Meine erste Erfahrung begann schon mit der Abholung am Flughafen, da unser Taxifahrer nicht mit mir als deutscher Weltwärstler gerechnet hatte. Bei der Fahrt fiel es mir auf, dass Indien nach meinem letzten Besuch, vor sieben Jahren, sich sehr verändert hatte. Als wir alle in Auroville angekommen waren, ging es mit der Einführungswoche schon los. In dieser Woche haben wir alle weltwärts Projekte, sowie die verschiedensten Communities Aurovilles kennengelernt. Das bezauberndste war die Führung um und in das Matrimantir. Nach ungefähr zehn Tagen bin ich in meine Wohnung in Udavi eingezogen. Am 6. September fing ich an in meinem Projekt zu arbeiten.

Mein erster Arbeitstag war ein besonderer Tag, da hier in Indien an dem Tag Teacher’s day zelebriert wird. An dem Tag gab es viele Spiele für die Lehrer und sie wurden von den Schülern angefeuert. Ich durfte an den Spielen auch teilnehmen, was ich sehr schön fand. In den ersten Tagen habe ich erstmals die Schüler und die Lehrer besser kennengelernt. Nach einigen Tagen bekam ich einen Stundenplan und durfte ihn nach meiner Interesse anpassen, d.h. ich suchte aus in welchen Fächern ich die Lehrer unterstützen möchte. Ich entschied mich für Tamil, Mathe, Musik, Sachkunde und Englisch. Die Schule besteht hauptsächlich aus zwei Gebäuden, einmal Main Building und New Building. Ich arbeite im New Building. Dort findet der Unterricht für die vierte, fünfte und sechste Klasse statt. Es arbeiten vier Lehrer im New Building. Meine Zeit in der Schule verbringe ich mit den drei Klassen. Für die drei Klassen beginnt die Schule um 8:30 Uhr und endet um 16:00 Uhr. Einige Schüler sind schon früher da und machen zusammen mit den Lehrern die Klassen sauber. Um 8:30 Uhr befinden sich alle Schüler und alle Lehrer vom New Building in einem Sitzkreis und tauschen sich neue Infos aus. Dann geht es um 9:00 Uhr mit dem Unterricht weiter. Um 10:30 Uhr ist die Snack-Pause und um 12 Uhr ist die Mittagspause. Jeden Nachmittag haben die Schüler Sportunterricht, der jeden Tag verschieden ist, z.B. Fußball, Yoga, Basketball usw. Dreimal in der Woche mache ich mit den Schülern individuelles Lesen auf Englisch. In jeder Tamilstunde bekomme ich ca. 15 – 20 min. mit der Klasse und kann ihnen Lieder aus der karnatischen Musik beibringen. Sie lieben es zu singen und sind sehr fleißig beim auswendig lernen der Lieder. Es macht mir sehr Spaß den Kindern etwas zu unterrichten, da sie sehr interessiert sind. Im Mathematikunterricht schickt der Lehrer mich mit einigen Schülern, die einen besonderen Bedarf haben, mit einem Arbeitsblatt in die Bibliothek. Dort haben wir viel Ruhe und ich gehe auf die individuellen Schwierigkeiten in Mathe zu. Da ich Tamil spreche, ist es einfacher für mich den Kindern etwas zu erklären. Durch meine Tamil Sprachkenntnisse lerne ich die Schüler anders kennen, denn sie fangen an mir vieles anzuvertrauen und erzählen mir auch ohne irgendwelche Aufforderungen über ihr privat Leben. In der Mittagspause gibt Essen für Lehrer und Schüler in der Schule, aber ich finde das Essen nicht so gut. Wenn im Sportunterricht Fußball gespielt wird, spiele ich mit einem weiteren Lehrer mit. Ich bin immer überrascht wie gut die Kinder Fußball spielen können. Jeden Donnerstag gebe ich zusammen mit weiteren zwei Lehrern Schwimmunterricht für die sechste Klasse und im Anschluss nehme ich noch beim Teachers Meeting teil.

Es ist ein sehr schönes Gefühl mit den Kindern in Udavi zu arbeiten, da allein ihre Begrüßung mit ,,Vithu Anna” schon faszinierend ist. Man lernt alle jeden Tag neu. In den drei Monaten habe ich schon Streitigkeiten unter den Schülern bis zu Missverständnisse unter den Lehrern gesehen. Die Schüler besitzen viel Energie und manchmal fällt es den Lehrern schwer die Kinder unter Kontrolle zu bekommen. In den Klassen bin ich nie alleine mit den Schülern, sondern immer mit einem weiteren Lehrer. Meiner Meinung nach bin ich noch nicht bereit bzw. schaffe es nicht alleine zu unterrichten. Im Oktober wurde ich von der Schulleiterin aufgefordert bei einem Schulfest einen Song aus der karnatischen Musik zu präsentieren. Dies tat ich dann auch Ende Oktober. Durch den Auftritt bekamen zwei Schülerinnen aus der neunten Klasse Interesse bei mir Musikunterricht zu nehmen. Nun unterrichte ich sie jeden Freitag für eine Stunde. Wir bereiten uns gemeinsam für den Cultural Programm im Dezember vor. Der Sportlehrer vom Main Building unterstützt uns im Musikunterricht.

Die Wohnungen in Udavi sind sehr schön, man hat viel Zeit für sich und viel Ruhe. Der einzige Nachteil hier ist es, dass man es mit keiner üblichen Wohngemeinschaft vergleichen kann, daher kann es einem sehr langweilig hier werden. Für etwas Geld kann man sich hier das Frühstück und das Abendessen dazu bestellen. In Udavi lebt man mit vielen Lehrern und einigen Aurovillianern zusammen. Man sprach viel über Diebstähle in Udavi, aber ich habe bisher noch keine Erfahrung gesammelt.

Was auch üblich für Indien ist, ist die Gastfreundschaft. Ich wurde von dem Lehrer der fünften Klasse zum Abendessen eingeladen und da er auch Aurovillianer ist, konnte ich auch erfahren, was ihn und seine Familie nach Auroville gezogen hat. Die individuellen Erfahrungen sind unbeschreiblich interessant. Von der Tamil Lehrerin wurde ich zum gemeinsamen beten und singen, eingeladen. Es war das Ganesha Pooja, ein hinduistische Fest, welches ich nicht so zu Hause gefeiert hatte. Zu Diwali wurden wir, die gesamte weltwärts Gruppe, von einem Freund, den wir durch Youth link kennengelernt hatten, eingeladen mit seiner Familie typisch Diwali zu feiern. Es war ein schöner, bunter Tag. Als Gruppe wurden wir auch oft zu Hochzeiten eingeladen.

Ich bin sehr zufrieden mit meinem Projekt und komme noch ohne schwierige Probleme mit Schülern sowie Lehrern klar. Ich habe vor im April bei der Klassenfahrt der neunten Klasse mitzufahren und alle noch besser kennenzulernen. Ich arbeite daran, dass die Lieder, die ich beibringe, im April beim großen Schulfest auf der Bühne von den Schülern präsentiert werden.


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