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Auf der dump in Pondicherry

23. September 2015 von Darius

Vor einer Woche waren wir, Kaya und Darius, gemeinsam mit Ribhu von unserem Projekt WasteLess auf der „dump“, also der Müllhalde, in der nächstgelegenen Stadt Pondicherry.

Es war für uns eine intensive, lehrreiche und auch etwas schockierende Erfahrung.
Aber seht selbst an den Fotos, die Kaya auf der dump gemacht hat:

Da der einzig nachhaltige Umgang mit Müll in seiner Vermeidung besteht und zudem die Infrastruktur der Abfallanlagen in Indien sehr schlecht ist, kommt der größte Anteil des Mülls der 1-Million-Einwohner-Stadt einfach ungetrennt auf die Müllhalde. Dort werden die brennbaren Anteile, wie diverse Plastiksorten, angezündet um das Gesamtvolumen des Mülls leicht zu verringern und an wertvolle Metalle im Innern zu gelangen.
Bei diesen offenen Feuern mit niedrigen Temperaturen werden toxische Gase freigesetzt, die sich negativ auf die Gesundheit von Menschen und Tieren, sowie beschleunigend auf den Klimawandel auswirken können. Müllhalden setzen oft große Mengen Methangas frei, verunreinigen Boden, Luft, Grundwasser und letztlich oft auch Flüsse und das Meer.

Eigentlich könnte der Recyclinganteil in Indien deutlich erhöht werden und die Menge des Mülls der in Indien auf die „dumps“ wandert reduziert werden:
50% der anfallenden Müllmenge sind organische Abfälle, die als Kompost wertvolle, nährstoffreiche Erde für die Landwirtschaft liefern könnten. Die richtige Trennung von organischem und nicht-organischem Müll würde zudem das Recycling von Plastik und Papier enorm erhöhen, da das Recycling in Indien auf der Stufe der Waste-Picker beginnt, welche per Hand die wertvollen, recycelbaren Anteile des Mülls sortieren. Wenn der recycelbare Müll jedoch mit Essensresten und zudem oft mit „sanitary-waste“ verunreinigt ist, verliert der Müll an wert und die Waste-Picker lassen die Hände davon.

Das Recycling in Indien ist hauptsächlich dezentral organisiert: Die recycelbaren Stoffe verkaufen die Waste-Picker und auch viele private Haushalte und Organisationen an sogenannte Scrap-Dealer. Diese verkaufen sie an größere Scrap-Dealer, bis der Müll letztlich bei Recycling-Unternehmen landet. Die Arbeit dieser Akteure stellt einen großen Gewinn für die Umwelt dar, jedoch geht es ihnen stets um Profit und nicht um Umweltschutz. Sie verwerten daher nur die wertvollen Anteile des Abfalls, weshalb ein großer Teil der recycelbaren Stoffe auf den Müllhalden zurückbleibt.

Der Besuch auf der Müllhalde hat uns noch weiter motiviert bei WasteLess an (kleinen) Lösungen des Müllproblems zu arbeiten und dazu beizutragen die Umwelt, sowie die Gesundheit von Menschen, Tieren und Ökosystemen zu schützen.

Liebe Grüße,
Kaya und Darius.

p.s. Wen unser Projekt WasteLess interessiert, kann gerne mal auf der Website vorbeischauen: wastelessindia.org


1 Kommentar »

  1. Kaspar sagt:

    Wow, beeindruckende und erschreckende Fotos zugleich…
    Viel Erfolg mit Ribhu und WasteLess!

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