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Familienbesuch

13. April 2018 von Mira

Wenn Familie auf Familie trifft

Bis Indien haben die meisten noch zu Hause gelebt und sind zur Schule gegangen. Hier standen wir auf einmal ohne Eltern da, an einem völlig neuen Ort und mussten uns im Laufe der Zeit ein neues Leben aufbauen. Und dann bekommt man auf einmal Besuch von der Familie, die bisher nichts mit dem Leben, welches wir hier in Auroville, Indien, führen, gemein haben geschweige denn überhaupt sich vorstellen konnten. Zwei Welten sind aufeinander geprallt und die meisten von uns fanden den Besuch von ihrer Familie, ihren Eltern am Anfang schon etwas anstrengend (und die krassen Temperaturunterschiede zwischen Deutschland und Indien von 30° C waren wohl nur ein Faktor).

Meine Familie selbst blieb nicht so lange in Auroville, denn sie wollten, wenn sie schon mal in Indien waren, auch etwas von diesem Land sehen. So mieteten wir uns ein Taxi für ca. eine Woche und erkundeten Südindien. Doch erst als wir Kerala erreichten, fühlte es sich für mich wie Urlaub an, denn dieser Bundesstaat weist direkt ab der Grenze merkliche Unterschiede zu Tamil Nadu auf. Es bestehen zwar nicht so große Differenzen zwischen den beiden benachbarten Bundesstaaten wie zwischen dem 2500km entferntem Rajasthan und Tamil Nadu, aber doch merkt man, dass die Menschen anders aussehen und eine andere Sprache sprechen. Das Christentum und der Kommunismus sind hier präsenter. Und am auffälligsten: Die anderen Landschaftsformen. Kein endlos weites, rotes Flachland, sondern grüne Berge und Backwaters. Die folgenden Bilder geben hoffentlich einen kleinen Eindruck davon.

Kurz vor ihrem Abflug stellte meine Mutter dann erfreut fest, dass es ja nur noch 4 Monate sind, die sie jetzt ohne mich auskommen muss. Mich selbst hat diese Tatsache eher etwas bedückt und ich musste feststellen, dass es ja eigentlich noch so viel gibt, was ich hier in Auroville noch ausprobieren und erleben möchte. Erschien mir im August vergangenen Jahres die vor mir liegende Zeit so ewig lang vor, verfliegt sie mir jetzt viel zu schnell. Also, ran an die Arbeit und an das nächste Abenteuer!


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