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Trip nach Tiruvannamalai – meine kleine Portion Abenteuer

19. Oktober 2015 von Laura

Der Trip ging von Samstag Morgen seeeehr früh *schnarch* bis Sonntag Abend. Wir (ein Großteil unserer Gruppe, 14 insgesamt) sind von unserem Villagehaus aufgebrochen und mit den Motorrädern die ca. 3h Strecke bis Tiru mit kleineren Unterbrechungen gefahren. In Tiru ist ein big-ass Berg (818m hoch), den wir erklommen haben. Hier ein genauerer Bericht zur Besteigung (evtl. Zeitabweichungen mögen die werten Leser entschuldigen, da aus verständlichen Gründen keine Uhr zu Rate gezogen werden konnte).

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3:30 Uhr – Ich versuche aufzustehen, verfalle aber doch nochmal kurz der tückischen Gemütlichkeit meines Bettes – habe schließlich nur 5h gepennt

3:40 Uhr – mein Wecker und irgendwelche Vögel, die meinen unser Garten gehöre ihnen, reißen mich vollständig aus dem Schlaf, ich stehe etwas übermüdet auf. Jana, die bei uns übernachtet hat, weil sie bei Felix mitfährt, fragt mich wie spät es sei.

3:50 Uhr – Mir fallen noch 10 Sachen ein, die ich dringend mitnehmen muss und überstürzt in meinen (plötzlich viel zu kleinen) Rucksack werfe

4:00 Uhr – Jürgen (einer unserer Koordinatoren) steht auf der Matte und eine kleine Diskussion mit Felix, ob er zu früh (Felix Uhr), zu spät (Jürgens Uhr), oder genau pünktlich (meine Uhr) sei, die mich eindeutig überfordert, entsteht.

4:05 Uhr – Die anderen sind eigentlich alle so weit eingetrudelt und stehen angeregt plaudernd bei uns im viel zu kleinen Vorraum oder draußen, von mir kommen leise Fluche, als ich versuche Jellys Beutel mit unserer Ananas und diversen anderen Dingen noch bei mir unterzubekommen

4:10 Uhr – Geschafft, wir fahren endlich los… moment, unser Bike geht nicht a… fast alle sind schon weg? Ja, wo geht’s denn lang?

4:15 Uhr – Weg gefunden, andere eingeholt, es kann losgehen

4:20 Uhr – Okay, warum zur Hölle haben wir mein Motorrad und nicht Jellys genommen?? Der Sitz ist maximal anti-ergonomisch geformt! Mein Hintern und meine Beine schmerzen und zittern jetzt schon und mein bekackter Rucksack zieht mich regelmäßig nach hinten =.=

5:00 Uhr – Yeeeehaaa, auf dem Highway 80 fahren macht Spaß! Und dazu meeega laut Mukke aus Jellys Box hören ist noch viel geiler 😀

6:00 Uhr – Oooah, es wird langsam hell *o*

6:30 Uhr – Mjammjam, es gibt Frühstück in Form von Samosas und Chai und unserer mitgebrachten Fressalien

8:00 Uhr? – Jetzt sind wir bei Ashram in Tiru angekommen, erstmal Klopause machen! Danach fragen wir, ob wir unsere doch ziemlich schweren Taschen irgendwo lassen können für den Aufstieg. Ja, selbstverständlich! Oh, nee, doch nicht, er dachte, dass wir unsere Schuhe meinen. Also auf zum Hotel, wo wir eh übernachten wollten.

8:30 Uhr – Soo, jetzt haben wir alle unsere Zimmer, Taschen aus- oder umgepackt und können uns zurück zum Ashram begeben, durch den hindurch wir müssen um den Aufstieg zu beginnen. Wir sind alle sehr positiv gestimmt. Jürgen sagt zwar, dass man schon so 2,5h braucht bis man oben ist, aber wie schwer kann das sein, oder?

9:00 Uhr – Oooah, wir begegnen auf dem ersten, recht flachen Stück im Vergleich zum Rest (wissen wir zu dem Zeitpunkt noch nicht), ganz vielen Affen, die auf uns herumklettern. Wie süß <3

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9:18 Uhr – Ich mache mich voller Elan an den Aufstieg, noch sind wir alle sehr energiegeladen.

IMG_2598ed10:00 Uhr – Es läuft wie geschmiert eigentlich, ich nehme mir noch etwas Zeit, die Landschaft und die anderen zu fotografieren.

11:00 Uhr – Okay, meine Beine sind schon ganz schön schwächlich, hoffentlich sind wir bald da!

11:30 Uhr – Jetzt sind wir aber bestimmt bald da. Ich laufe inzwischen alleine, und mache auch recht viele Pausen, aber so ein Scheißberg kann mich doch nicht unterkriegen!

11:45 Uhr – Ah, da ist jemand. Ich blicke ihn erwartungsvoll keuchend an: „10 minutes“. Super, das schaff ich gerade noch, denk ich.

12:00 Uhr – Also entweder der Mann wollte 10 Stunden sagen oder er dachte, er kann mich mit einer Lüge motivieren… Am Arsch! Es ist kein Ende in Sicht und jeder Schritt fühlt sich an, als würde es mein letzter. Ich verzweifle ein bisschen. Setze mich hin und überlege aufzugeben. Da höre ich aber die Stimmen von Darius und anderen weiter oben. Ich muss es schaffen, ich werde nicht die sein, die sich sowas entgehen lässt, nope! Ich raffe mich auf und schleiche weiter.

12:05 Uhr – Anneke taucht ein Stück weit unter mir auf und ruft mich strahlend. Ich brülle zurück: Anneke, wir sind bald da!

12:10 Uhr – Zwischen einer unserer Schattenpausen (Anneke und ich sind jetzt ein Kletterteam, zusammen bestreiten wir den harschen Fels und erkunden die besten Schattenplätze des Berges auf’s Gründlichste, was natürlich bedeutet, dass wir jeden mindestens ein paar Minuten lang testen müssen – man soll uns ja keine Fahrlässigkeit nachsagen können hinterher) treffen wir auf einige Tschechinnen, die sagen, es sind noch so 20 Minuten. Und uns versprechen, dass wir nur an das spirituelle große Ganze glauben müssen, oder so ähnlich… Das motiviert uns doch sofort… nicht… Aber gut, wir können es schaffen, wir brauchen nur noch ein paar Pausen, nur noch ein paar…

IMG_2607ed12:30 Uhr – Wir sind tatsächlich oben! Anneke und ich sind begeistert, wir unterhalten uns vor „so einer  komischen Hütte“ an der Bergspitze angeregt darüber, wie wir es gerade geschafft haben und was in der Hütte sei. Da gucke ich doch gleich mal nach! Eine Toilette? Nee? Oder doch? Ich teile Anneke, die draußen wartet, lauthals meine Gedanken mit. Hinter mir prustet es. Häh? Ich drehe mich um. Oh, da sitzen Caro und Vince anscheined bei dem Versuch zu meditieren. Sie funkeln mich ziemlich böse an. Und Darius, der das Prusten von sich gibt. Ups, also wohl doch eher keine Toilette. Schnell raus hier!

12:40 Uhr – Wir sitzen auf dem Gipfel, wo sonst anscheinend oft Opfergaben erbracht werden (siehe alte Tonlichter, Blumen etc.) und essen unseren Restproviant. Der Blick runter auf die Stadt und das Meer von Libellen und Schmetterlingen hier oben entschädigt mich für den ganzen Kraftakt. Wir sind uns alle einig: wir können stolz darauf sein, es geschafft zu haben! Jetzt ruhen wir uns ein bisschen aus und warten auf den Rest unserer Gruppe, der noch am Klettern ist und später machen wir uns an den Abstieg. Der soll wesentlich leichter sein.

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1 Kommentar »

  1. […] Denjenigen, die gerne die humoristischen Ausführen zu dem Trip von meiner Mitfreiwilligen Laura lesen wollen, kann ich ihren Beitrag auf dem Auroblog nur empfehlen: http://auroblog.de/trip-nach-tiruvannamalai-meine-kleine-portion-abenteuer/ […]

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